Impulspapier: Nachbessern für eine echte Gebäudemodernisierung

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Wirksame Wärmewende statt Kostenrisiken und Klimarisiken: Zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) hat die Wirtschaftsvereinigung der Grünen heute ein Papier veröffentlicht.

Nur mehr erneuerbare Energie für Heizungen begrenzt den zu hohen Ausstoß von Treibhausgasen im Gebäudesektor auf Dauer – und nur heimische Energie statt fossiler Importe sichern unsere Unabhängigkeit. Diese Ziele verfehlen die Eckpunkte der Bundesregierung für ein Gebäudemodernisierungsgesetz leider deutlich, wie das Papier zeigt.

„Statt die Wärmewende pragmatisch umzusetzen, wollen CDU/CSU und SPD das Gebäudeenergiegesetz zur Gesichtswahrung ideologisch demontieren. Das schadet unserer Wirtschaft, schadet dem Klima, schadet den Verbraucherinnen und Verbrauchern“, erklärte die Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung, Dr. Marie-Luise Wolff.

Dem selbst gesetzten Anspruch der Technologieoffenheit wird der Entwurf des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie nicht gerecht, weil er Fernwärme relativ benachteiligt. Dem Anspruch auf Kosten-Effizienz wird er nicht gerecht, weil der Entwurf auf Biogas setzt, was hohe Kostenrisiken birgt. Die für diesen Mittwoch im Kabinett angesetzte Beratung des GMG-Entwurfs wurde verschoben – was auf Zwist hindeutet und weitere Unsicherheit im ohnehin schon verunsicherten Markt auslöst. Es bedeutet zugleich: Nachbesserungen sind noch möglich. Unser Papier bietet dafür Viorschläge:

Das Impulspapier in Gänze finden Sie hier.

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13.12.2023
Arbeitskräftemangel: Migration als Chance, Integration als Aufgabe – erstes Perspektiven-Papier veröffentlicht
Wie smarte Integration in den Arbeitsmarkt funktionieren kann – für Unternehmen, für Mitarbeitende, für Geflüchtete, für sozialen Zusammenhalt: Das ist Titel und Thema des ersten Positionspapiers der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, das heute vom Kompetenzcluster Arbeitsmarkt und Mitarbeitende veröffentlicht wurde. Hintergrund ist die aktuelle Diskussion um Migration, konkret zum Beispiel um das Rückführungsverbesserungsgesetz im Bundestag. Das Papier ist eine Synthese auf Grundlage einer qualitativen Umfrage unter Mitgliedern aus Unternehmen der Wirtschaftsvereinigung. „Deutschlands Wirtschaft braucht Zuwanderung. Migration bietet die Möglichkeit, Unternehmen am Standort Deutschland auf Dauer Arbeitskräfte zu sichern. Darum ist Migration ein Chancenthema – wer sie nur als Problem diskutiert, verkennt die Realitäten und gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit den Wohlstand des Landes“, heißt es in dem Papier. „Der demografische Trend ist klar, ohne Zuwanderung altert und schrumpft die deutsche Bevölkerung. Die Daten zeigen: Wir brauchen eine Netto-Zuwanderung von 400.000 Menschen im Jahr. Angesichts hoher Rückwanderung bedeutet das eine Migration von 1,5 Millionen in unser Land. Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist ein Fortschritt, aber es braucht mehr.“ Die Perspektiven aus der Praxis in den Betrieben zeigen die Probleme und mögliche Lösungen auf. Eine zentrale Aufgabe ist die Integration von Zugewanderten und Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Hierfür macht das Papier Vorschläge. 1. Klare Verfahren: Die Politik sollte sich für effiziente Prozesse bei der Vergabe von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen einsetzen. Dies könnte durch die Schaffung eindeutiger gesetzlicher Rahmenbedingungen und vereinfachte Antragsverfahren erreicht werden. Zum einen müssen die Verfahren komplett digitalisiert werden. Zum anderen soll das Zustimmungserfordernis zur Arbeitserlaubnis der Bundesagentur für Arbeit (BA) und Ausländerbehörden entfallen. Mindestens braucht es hier eine Genehmigungsfiktion nach einem Monat. 2. Sofortige Arbeitsberechtigung für Geflüchtete: Aufgrund des akuten Arbeits- und Fachkräftemangels gibt es keinen Grund für ein Arbeitsverbot. Eine sofortige Arbeitsberechtigung bringt vom volkswirtschaftlichen Beitrag über die fiskalische und verwaltungstechnische Entlastung bis hin zur sozialen Integration gleich mehrere Vorteile mit sich. 3. Förderung der Qualifikationsanerkennung: Politische Maßnahmen sollten darauf abzielen, die Anerkennung ausländischer Qualifikationen zu verbessern, um den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Der gesamte Prozess dauert zu lange. Es besteht die Notwendigkeit einer besseren Abstimmung der einzelnen Schritte und transparenteren Bearbeitungsstadien. Die Verfahren müssen überprüft, vereinfacht, und vollständig digitalisiert werden. 4. Intensivierung der Sprachförderung: Die Förderung von Sprachkenntnissen sollte verstärkt werden, sowohl durch staatliche Programme als auch durch die Unterstützung von Unternehmen, die Sprachkurse anbieten. Bei der berufsbezogenen Deutschsprachförderung durch das BAMF braucht es eine gute Verdoppelung der Soll-Mittel für 2025 auf 700 Mio. Euro. 5. Einführung spezifischer Betreuungsprogramme: Die öffentliche Hand sollte spezielle Programme fördern, die eine individuelle Betreuung von Geflüchteten während des Integrationsprozesses ermöglichen. Dies kann durch gezielte Mittelzuweisungen und Partnerschaften mit Unternehmen erreicht werden, aber auch durch spezielle BA-Vermittler. Spezialist*innen-Teams für Migrant*innen, wie es sie schon einmal gab, sollten wieder zum Einsatz kommen. 6. Förderung von familienerweiterten Arbeitsangeboten: Der Staat sollte Anreize für Unternehmen schaffen, Arbeitsangebote auf Angehörige von Geflüchteten auszuweiten. Dies kann durch steuerliche Anreize oder finanzielle Unterstützung erfolgen, um Unternehmen zu ermutigen, die familiäre Integration in ihre Praktiken zu integrieren. Hier das vollständige Positionspapier
Arbeitsmarkt und Demografie
13.02.2024
Rechtspopulismus als Risiko für Investitionen, Arbeitskräfte, Rechtsstaat: Umfrage unter Mitgliedern
Standortrisiko Rechtspopulismus: Die Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung der Grünen stufen das Erstarken nationalistischer Tendenzen und der AfD als „beunruhigend“ ein. Das ist Ergebnis einer aktuellen Umfrage. Konkret sehen mehr als 80 Prozent ein Risiko für Investitionen am Wirtschaftsstandort Deutschland und für das Gewinnen von internationalen Fachkräften, insbesondere auch für die betroffenen Bundesländer. Dahinter stehen klare Gründe: Mehr als 90 Prozent bezeichnen mit Blick auf die deutsche Wirtschaft die ablehnende Haltung der AfD zur EU, zum Euro, zu Migration und zum Ausbau der erneuerbaren Energien als „eher schlecht“ und ganz überwiegend sogar als „sehr schlecht“ oder „sehr schädlich“.  Auch um den Rechtsstaat sorgen sich die Mitglieder. Die Erfahrung in Polen zeigt, dass rechtsstaatliche Regeln und Institutionen von Parteien oder Regierungen untergraben werden können. Bei einem Erstarken von Extremen könne Vergleichbares auch in Deutschland eintreffen: Das halten mehr als zwei Drittel der Befragten aus der Wirtschaft für „eher wahrscheinlich“ oder „sehr wahrscheinlich“. Mögliche weitere Risiken sehen rund 40 Prozent insbesondere im Bereich der politischen Kultur in Deutschland, rund 25 Prozent vor allem im Bereich handlungsfähiger Regierungen auf Ebene der betroffenen Bundesländer; bei dieser Frage war zwecks klarer Priorisierung jeweils nur eine Nennung möglich, sie war unabhängig von der Frage nach Risiken für den Rechtsstaat gestellt. Deutlich ist auch die Haltung zu den Wirtschaftssanktionen gegen Russland wegen des Krieges in der Ukraine. Forderungen aus der AfD nach Beendigung der Sanktionen und einer Wiederannäherung an Russland halten rund 90 Prozent der Befragten für „eher schlecht“ und überwiegend „sehr schlecht“. Ablehnung von Zuwanderung „schädlich“ bis „sehr schädlich“ Die rechtspopulistische Ablehnung von Zuwanderung ordnen fast alle Befragten für die deutsche Wirtschaft als eher schädlich oder sehr schädlich ein. Tatsächlich zeigen Berechnungen, etwa des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit, die Bedeutung von Migration zur langfristigen Sicherung der Arbeitskraft im Land. Für die meisten Unternehmen der Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung sind laut der Umfrage Beschäftigte mit Migrationshintergrund wichtig oder sehr wichtig. Mehr als 75 Prozent sorgen sich auch, dass ein Erstarken des Rechtspopulismus ein Risiko ist für den Zusammenhalt in den Betrieben mit Beschäftigen mit Migrationsgeschichte. Die Umfrage richtete sich an alle rund hundert Mitglieder der im April vergangenen Jahres gestarteten Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Dazu gehören sowohl Unternehmen und Unternehmensverbände als juristische Personen und damit Fördermitglieder als auch Führungskräfte aus Unternehmen als natürliche Personen und damit ordentliche Mitglieder. Rund die Hälfte von ihnen nahm an der Umfrage teil. Die Mitglieder sind in ihrer großen Mehrheit keine Mitglieder der Grünen; die Wirtschaftsvereinigung ist ein unabhängiger unternehmerischer Verein mit den Grünen als politischem Gegenüber, ähnlich wie der Wirtschaftsrat der CDU oder das SPD-Wirtschaftsforum. +++ Stimmen aus der Wirtschaftsvereinigung der Grünen zum Thema: Thomas Fischer, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, Gründer und CEO Allfoye GmbH in Düsseldorf: „Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist der Trend zu rechtspopulistischen und sogar rechtsextremen Positionen Grund zur Sorge. Die CEO, die Führungskräfte in den Unternehmen unseres Landes können hier ihren Wirkungskreis nutzen, um den Scheinlösungen und Schuldzuweisungen der Populisten widersprechen. Und zugleich kommunikative Brücken bauen zu den Menschen, die sich abgehängt fühlen. Weltoffenheit ist ein Kern unseres Wohlstands und unserer Wettbewerbsfähigkeit, von der Europäischen Union als unserem Wirtschaftsraum bis zu unseren Belegschaften mit Mitarbeitenden vieler Hautfarben und Herkunftsländer. Dafür müssen auch wir als Verantwortungsträger aus der Wirtschaft in aller Klarheit eintreten.“  Andreas Jäger, geschäftsführender Gesellschafter der Jäger Group in Hannover, Familienunternehmen mit Sitz in Hannover, mit Fokus Gummi- und Kunststoffindustrie: „Wenn wir die unsäglichen Deportationsfantasien der Rechten zuließen bei unseren eingewanderten Beschäftigten, dann müssten wir in unserem Unternehmen 50 Prozent der Fertigung stilllegen. Diese Kolleginnen und Kollegen gehören zu uns. Ohne sie ist unser Wohlstand nicht zu erhalten. Schon heute fehlen allein in Niedersachsen hunderttausend Fachkräfte. Alle, die aus Verunsicherung oder Protest rechtsextrem wählen, sollten wissen: Sie gefährden damit ihren eigenen Wohlstand.“  Andreas Hettich, Mehrheitseigentümer Hettich Gruppe im nordrhein-westfälischen Kirchlengern, mit Fokus Möbelbeschläge: „Auf lange Sicht geht die Arbeit dahin, wo die Fachkräfte sind – wenn wir keine Zuwanderung von Arbeitskräften haben, haben wir eine Abwanderung von Unternehmen. Auch Flüchtlinge sind ein Potenzial, das wir sehen sollten. Deshalb sind populistische Parolen gegen Migration auch einfach wirtschaftsfeindlich, sie schaden am Ende uns allen.“ Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V.: „Handel hat seinen Ursprung im Überwinden von Grenzen. Erfolgreiche Kaufleute müssen offen sein für Neues und Fremdes. Unsere Mitgliedsunternehmen stehen in dieser Tradition des verbindenden Handels, von dem unzählige Kundinnen und Kunden profitieren. Deshalb lehnen wir politischen Extremismus, populistische Erklärungsmuster in einer komplexen Welt sowie Fremdenfeindlichkeit und den Missbrauch von Minderheiten als Sündenböcke ab und machen uns stark für Vielfalt.“   Präsentation der Umfrageergebnisse
Arbeitsmarkt und Demografie
19.02.2025
Zollkrieg vermeiden und eher auf Kooperation setzen
„Lassen wir uns in einen Handelskrieg ziehen oder setzen wir auf strategische Zusammenarbeit? Ein Zollwettlauf schadet der Wirtschaft auf beiden Seiten. Stattdessen braucht es eine kluge, differenzierte Antwort, die Verlässlichkeit für Unternehmen schafft“, sagt unser Vorstand und Clusterleitung Außenwirtschaft Volker Ratzmann zur Debatte rund um die Ankündigungen von Präsident Trump Zölle auf EU-Waren zu erheben. „Wir als Wirtschaftsvereinigung der Grünen setzen uns für eine regelbasierte Weltwirtschaft ein. Das bedeutet z.B. gezielte, sektorspezifische Maßnahmen statt pauschaler Gegenzölle, stärkere Partnerschaften mit Ländern wie Japan, Südkorea oder Kanada und eine Globalisierung, die wir aktiv mitgestalten – statt sie anderen Akteuren zu überlassen. Die EU hat die Stärke und das Selbstbewusstsein, eine klare wirtschaftspolitische Strategie zu fahren. Jetzt braucht es entschlossenes Handeln für resiliente und zukunftsfähige Wirtschaftsstrukturen.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit