„Grüne Ideen aus der Mitte der deutschen Wirtschaft“: Wolff und Haeusgen an die Spitze der Vereinigung gewählt

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Dr. Marie-Luise Wolff und Karl Haeusgen sind neue Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Die beiden Unternehmerpersönlichkeiten wurden bei der heutigen (27.06.2025) Mitgliederversammlung der Wirtschaftsvereinigung in Berlin mit überwältigender Mehrheit an die Spitze des zehnköpfigen Vorstands gewählt. „In Zeiten globaler Verwerfungen und umgreifender Verunsicherung braucht es gerade in der Wirtschaftspolitik eine starke, progressive Stimme. Dafür ist die Wirtschaftsvereinigung der Grünen der richtige Ort. Wir werden im Dialog mit unseren Mitgliedsunternehmen für die Stärkung der Wirtschaftsstandorte Deutschland und Europa streiten“, so Wolff und Haeusgen nach ihrer Wahl.


„Die Deutschen verharren manchmal in der Problembewunderung – wir brauchen mehr Lösungsfreude“, sagte Wolff, CEO des Energieanbieters Entega. Sie war bis vor einem Jahr Präsidentin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). „Statt Lagerdenken braucht es offenen Austausch. Genau dafür treten wir an, genau dafür ist die Wirtschaftsvereinigung der Grünen da. Zukunftsfähige Politik braucht die Perspektiven aus den Unternehmen, braucht wirtschaftlichen Sachverstand.“

„Stagnation können wir uns nicht leisten, weder wirtschaftlich noch mit Blick auf die Klimakrise,“ erklärte Haeusgen, Aufsichtsratschef und Mehrheitseigner von HAWE Hydraulik und war bis vor einigen Monaten Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). „Transformation ist das Gegenteil von Stagnation. Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit sind eine starke Kombination. So machen wir den Standort Deutschland doppelt zukunftsfest, für uns und für unsere Kinder und Enkel.“ Haeusgen selbst ist Enkel des Gründers seines Familienunternehmens. „Wir stehen alle miteinander in der Verantwortung für Generationen – ganz besonders die neue Bundesregierung“.


Grünen-Chefin Brantner: „Freue mich sehr auf die Zusammenarbeit“

„Mit Marie-Luise Wolff und Karl Haeusgen an der Spitze werden zwei sehr erfahrene Unternehmer die Grüne Wirtschaftsvereinigung führen“, sagte die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Franziska Brantner. „Ihr Blick aus der Praxis gepaart mit einem breiten Blick auf die unterschiedlichen Branchen unserer Wirtschaft wird wertvolle Impulse liefern und die Wirtschaftsvereinigung zu einem bereichernden Austauschort für grüne Wirtschaftspolitik machen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand!“

Die Wirtschaftsvereinigung ist kein Teil der Partei, sondern ein unabhängiger Verein, ähnlich wie der Wirtschaftsrat der CDU oder das Wirtschaftsforum der SPD. Bündnis 90/Die Grünen sind unser direktes Gegenüber in der Politik, zugleich suchen wir den Austausch mit allen demokratischen Kräften.


Erfolgsgeschichte: Mehr als 260 Mitglieder, von SAP bis Mittelstand

Nach erfolgreich vollendeter Fusion der zuvor zwei grün-nahen Verbände legen deren Gründer die Wirtschaftsvereinigung nun in neue Hände, sie traten nicht erneut für den Vorsitz an. „Wirtschaft und Grüne zu verbinden war und ist unser Ziel, einiges haben wir bereits geschafft, aber unsere Initiative gilt es noch weiterzuentwickeln“, so Dr. Thomas Gambke, Unternehmer und ehemaliger Bundestagsabgeordneter. „Wichtige Impulse zur Lösung komplexer Fragen kamen und kommen aus dem Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft – für Innovation und wirtschaftlichen Erfolg“, sagte Gabriele C. Klug, Rechtsanwältin und Kämmerin a.D.. Beide waren Gründungsvorsitzende des Wirtschaftsdialogs und nach der Verschmelzung Co-Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung.

Mehr als 260 Mitglieder hat die Wirtschaftsvereinigung heute, von SAP und RWE bis Mittelstand, und ihre Zahl und Wirkung wächst weiter: Eine Erfolgsgeschichte. „Ich möchte, dass öffentlich noch stärker sichtbare Führungspersönlichkeiten an der Spitze der Wirtschaftsvereinigung stehen – und zugleich möchte ich persönlich mich stärker wieder um inhaltliche Themen kümmern und mit diesen Wirkung entfalten. Deshalb bin ich nicht mehr als Vorsitzender angetreten, und übernehme zugleich weiterhin Verantwortung im Vorstand“, sagte Dr. Thomas Fischer, Gründer der Wirtschaftsvereinigung und CEO der Allfoye. Ebenfalls Mitglied im Vorstand bleibt Heike Discher, auch sie Vorstandsvorsitzende der ersten Stunde, CEO der Digital Classroom Group. „Konstruktiv und pragmatisch sein, vieles besser machen statt alles schlecht reden, das wollen wir als Wirtschaftsvereinigung der Grünen.“

In den neuen Vorstand gewählt wurden außerdem Stephan Beyer, Gründer mehrerer Start-Ups und heute CFO bei Dryad Networks; der freie Berater und Start-Up-Investor Ulrich Blessing; die Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Barbara Hoffmann; Tatiana Ohm, COO bei Randstad Enterprise Talent Solutions; Volker Ratzmann, Executive Vice President Corporate Public Affairs der DHL Group; und Heidi Schiller, Mitglied der Geschäftsleitung bei Bäcker Schüren.

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28.04.2026
Impulspapier: Resiliente Krisen- und Notfallversorgung sicherstellen
Pandemien, Extremwetterereignisse und geopolitische Verwerfungen machen deutlich: Ein krisenfestes Gesundheitssystem ist nicht nur eine sozialpolitische Pflicht, sondern ein entscheidender Standortfaktor für die deutsche Wirtschaft. Deutschland hat die finanziellen, industriellen und technologischen Voraussetzungen – nutzt sie bislang aber nicht konsequent. Dass die Bundesregierung mit ihrem letzte Woche beschlossenen Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung wichtige Schritte geht, ist ein richtiges Signal. Doch der Entwurf bleibt eine Reform für den Alltag. Was fehlt ist ein strategisches Fundament für den Ernstfall: Ein Gesundheitssicherstellungsgesetz, das Resilienz nicht erst im Notfall aktiviert, sondern durch robuste Alltagsstrukturen dauerhaft sicherstellt – mit verbindlicher Bevorratung, krisenfesten Vergabe- und Genehmigungsprozessen und Industrie und Digitalisierung als integralen Partnern. Hier bleibt eine zentrale Lücke, die politisch geschlossen werden muss. Unser Impulspapier hakt genau dort ein, unter anderem mit folgenden Vorschlägen: Eine echte, verbindliche Notfallreform umsetzen: mit klaren Zuständigkeiten, der Vernetzung von stationärer und ambulanter Versorgung sowie Vergütungslogiken, die an bedarfsgerechter Versorgung statt am Krankenhausbesuch orientiert sind. Ein Gesundheitssicherstellungsgesetz verabschieden, das Resilienz messbar und durchsetzbar macht – durch rollierende Bevorratung, verbindliche Krisenpläne und flexibilisierte Vergabe- und Genehmigungsprozesse. Industrie und Digitalisierung als strategische Resilienzpartner begreifen: Produktion in Europa stärken, die MDR-Reform vorantreiben und Digitalisierung konsequent als Resilienz-Multiplikator nutzen. Das Papier in Gänze finden Sie hier. Der Tagesspiegel Background Gesundheit & E-Health hat auch darüber berichtet. Sie finden die Meldung hier: Wirtschaftsvereinigung der Grünen: Resilienz wirtschaftlich denken (Paywall).
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
30.07.2026
Impulspapier: Verteidigung als Innovationstreiber
Deutschland erhöht seinen Verteidigungshaushalt 2026 auf 124 Milliarden Euro. Die NATO-Beschlüsse von Ankara und ReArm Europe mobilisieren hunderte Milliarden Euro zusätzlich. Die Ausgabenfrage ist entschieden – die Gestaltungsfrage allerdings noch nicht.Entscheidend ist, ob aus diesen Investitionen industrielle Stärke, technologische Souveränität und echte Innovationskraft entstehen. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft zeigt: Es kommt nicht auf die Höhe der Ausgaben an, sondern darauf, wofür sie eingesetzt werden. Die Wirtschaftsvereinigung der Grünen legt ein Impulspapier vor, das konkrete Antworten auf genau diese Frage gibt.Dafür schlagen wir sechs konkrete Maßnahmen vor:  Dual-Use-Innovation gezielt fördern: Sicherheitsrelevanz als Kriterium in der staatlichen Forschungsförderung verankern – mit spezifischen Programmen nach dem Vorbild des US-amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency Modell-Modells (DARPA). Ökosysteme statt Silodenken: Offene Wertschöpfungsnetzwerke aus Grundstoffindustrie, Systemintegratoren, Mittelstand und Startups strukturell ermöglichen – vereinfachte Zertifizierungsprozesse, nationale Qualifizierungsprogramme und echte Brücken zwischen KMU und Tier-1-Unternehmen. Gesamtverteidigung als Gesamtsystem denken: Ressortübergreifende Strategie unter einem gestärkten Nationalen Sicherheitsrat – Planungssicherheit für Unternehmen über Legislaturperioden hinweg. Europäische Verteidigungskooperation als Industriepolitik begreifen: European Defence Industry Programme (EDIP)-Konsortien aktiv mitgestalten, gemeinsame Beschaffungsstandards durchsetzen, nationale Alleingänge beenden. Finanzierungsrahmen schaffen: staatliche Garantieinstrumente, u.a. über KfW und EIB, für rüstungsrelevante Lieferkettentransformationen und eine industriepolitische Komponente im Sondervermögen, damit Unternehmen heute investieren können. Forschung als strategischen Multiplikator begreifen: Den Abstand zwischen der EU (4,5 Prozent des Militärbudgets für F&E) und den USA (17 Prozent) strukturell schließen – durch Dual-Use-Förderlinien und gezielte Maßnahmen zur Talentbindung.  Der Security.Table hat heute dazu berichtet: hier geht es zur Meldung (Paywall).
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
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Was bedeutet Donald Trump für die deutsche Wirtschaft? Eigenständiger werden – so das Fazit in unserer Einordnung der US-Wahl. Mit  Franziska Brantner/Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Max Müller/Leiter Public Affairs Deutschland & EU bei Bayer, Simone Menne&Präsidentin der American Chamber of Commerce in Germany, und Jürgen Kerner/Vorstandsmitglied der IG Metall haben unsere Mitglieder und Gäste nur Stunden nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses die Veränderungen im Welthandel und in der internationalen Ordnung analysiert und darüber diskutiert, worauf sich Deutschland und die EU einstellen sollten. Die Debatte leitete Volker Ratzmann, Vice President Corporate Public Affairs bei DHL und in der Wirtschaftsvereinigung Leiter des Kompetenzclusters Außenhandel sowie Vorstandsmitglied. Die Panelisten waren sich einig, dass Deutschland und Europa ihre Resilienz stärken müssen, um in einer zunehmend komplexen und auf Eigeninteressen fokussierten geopolitischen Landschaft bestehen zu können. Zentrale Themen waren die Energieunabhängigkeit, Investitionen in Forschung und Innovation sowie die Stärkung des europäischen Binnenmarkts. Besonders betont wurde die Notwendigkeit, sich auf Kernkompetenzen zu konzentrieren und gleichzeitig die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren. Die Diskussion machte deutlich, dass nur durch gemeinsames Handeln und gezielte Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit Europas in einer sich wandelnden Weltwirtschaft gesichert werden kann.
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