Digitale Souveränität – aber wie? Hierüber diskutierten SAP-COO Sebastian Steinhaeuser, Bündnis 90/Die Grünen-Vorsitzende Dr. Franziska Brantner, Sovereign Tech Agency-Chefin Adriana Groh und unser Vorstandsmitglied Dr. Stephan Beyer bei unserem Grünen Wirtschafts-Salon. Rund 80 Stakeholder waren dabei.
Es ging um die großen Themen für den Wirtschaftsstandort Deutschland, um Resilienz und Innovation:
Kluge Beschaffung der öffentlichen Hand wäre besser als viele Förderprogramme. Rund 15% der Wirtschaftskraft sind öffentliche Aufträge. Weniger Bürokratie und mehr Strategie sind hier gefragt, um Märkte aufzubauen, da waren sich bei uns Politik und Unternehmen einig.
Europa ist der richtige Rahmen. Es dürfen nicht München und Berlin konkurrieren um Unternehmen, auch nicht Deutschland und Frankreich. Damit Technologien aus Europa wettbewerbsfähig sind zu denen aus den USA oder China, müssen sie skalieren. Positiv gesehen: Wir haben in Europa alle Ressourcen, die wir brauchen.
Souveränität ist ein Prozess, kein Zustand. Nicht bloß mit Blick auf Infrastruktur, sondern auf die ganze Wertschöpfungskette von Rohstoffen bis Software. Wobei nicht entscheidend ist, wo was herkommt – sondern ob der Zulieferer im Zweifel rasch ersetzbar ist, oder ob wir durch ihn erpressbar sind.
Deutschlands Stärke in Europa ist die Anwendung, der Datenschatz, das Prozesswissen – und ganz klar das Potenzial von KI in der Industrie. Um diese Stärke zu nutzen, müssen wir überkommene Regeln z.B. für Datenschutz überprüfen. Sonst überholen uns hier andere, und neue Abhängigkeiten entstehen.
Souveränität ist nicht Autarkie. Europa bewegt sich in digitalen Ökosystemen mit Partnern aus aller Welt. Weiterhin mit denen aus den USA, zunehmend mit solchen aus Indien oder Brasilien.
Digitale Souveränität hat ihren Preis – aber den sollte uns unsere Sicherheit wert sein. Deutschland sollte hier Mittel aus dem Sondervermögen einsetzen.
Direkt zum Salon haben wir ein Perspektivenpapier veröffentlicht. Und wir bleiben weiter am Thema dran.
Wir danken EWE AG und Telefónica Deutschland für ihre freundliche Unterstützung der Veranstaltung, insbesondere der Telefónica-Repräsentatntin Marina Grigorian für ihren Impuls.