GEG: Weiter keine Planungssicherheit

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Marie-Luise Wolff, Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen

„Weiter keine Planungssicherheit – das ist beim Gebäude-Energie-Gesetz Ergebnis des Koalitionsausschusses. Mangelnde Planungssicherheit aber ist eine Investitionsbremse. Das ist ein übles Weihnachtsgeschenk für die Wirtschaft, für Anbieter von Fernwärme und Wärmepumpen“, kommentiert Dr. Marie-Luise Wolff, Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen.

„Beide brauchen Klarheit statt nur neue bunte Schleifchen beim Namen des Gesetzes, wie die Regierung sie jetzt angekündigt hat. Der Markt für Wärmepumpen liegt dieses Jahr voraussichtlich um 50% über 2024, hier muss die Politik die Unternehmen einfach machen lassen. Und die Fernwärme braucht klare Ordnungspolitik und Förderregeln, sonst wird sie teurer“, so Wolff weiter.

„Das Ziel günstiger, sicherer, grüner Wärme wird am Ende nur mit klimaneutraler Energie erreichbar. Ignoriert das die Koalition, so lässt sie die Haushalte in die Kostenfalle steigender Gaspreise laufen – und macht unser Land erpressbar durch fossile Importe aus Autokratien wie Russland. Deshalb sollte die Koalition sich hier endlich ehrlich machen: Auf Dauer nützt der Umstieg auf nachhaltige Wärme unserer Wirtschaft – und uns allen.“

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21.04.2026
Greentech auf der Hannover Messe 2026
Bei der Hannover Messe 2026 sprach die Wirtschaftsvereinigung der Grünen mit vielen Technologie-Unternehmen, die hier und heute das hinkriegen, was unsere Wirtschaft auch morgen noch zukunftsfähig macht. Modern statt von gestern, und das nachhaltig: Darum ging es bei den Gesprächen zusammen mit Dr. Franziska Brantner, Parteichefin der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unserem Vorsitzenden Karl Haeusgen, unserem Hauptgeschäftsführer Martin Kaul und unserem Leiter Wirtschaftsbeziehungen Christian Forster. Beispiel Schwarz Digits: Mit dem Unternehmen – Mitglied der Wirtschaftsvereinigung der Grünen – haben wir über Cloud-, Cybersecurity- und Dateninfrastruktur „made in Europe“ gesprochen. Im Mittelpunkt stand die Frage digitaler Souveränität. Souveräne Cloud-Lösungen können dazu beitragen, energieeffiziente und datenschutzkonforme IT-Infrastrukturen aufzubauen. Gleichzeitig entstehen durch Green IT, effiziente Rechenzentren und transparente Datennutzung entlang von Lieferketten neue Potenziale für mehr Nachhaltigkeit. Auch SEW-EURODRIVE haben wir auf der Messe besucht. Als führender Anbieter von Antriebs- und Automatisierungstechnik verbindet das Unternehmen Hardware und Software zu integrierten Lösungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Energieeffizienz industrieller Prozesse. Durch Effizienzsteigerungen in globalen Produktions- und Logistiksystemen ergeben sich erhebliche Beiträge zur Reduktion von Energieverbrauch und Emissionen. Mit Agile Robots SE haben wir ein innovatives Deep-Tech-Unternehmen kennengelernt, das im Bereich KI-gestützter Robotik stark wächst. Automatisierungslösungen ermöglichen hier eine präzisere Produktion und helfen, Material- sowie Energieverbrauch zu reduzieren. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz trägt dazu bei, Prozesse zu optimieren und industrielle Wertschöpfung effizienter zu gestalten. Auch bei Schaeffler waren wir im Austausch. Der weltweit tätige Technologiekonzern in den Bereichen Mobilität und Industrie treibt die Transformation hin zur Elektromobilität aktiv voran und entwickelt energieeffiziente Komponenten – unter anderem für Wasserstoffanwendungen. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie mit klaren Zielen zur CO₂-Reduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Unternehmen überlassen Greentech-Chancen nicht China – sondern nutzen unsere Stärken als Technologienation und Exportstandort. Und es gibt viele weitere, mit denen wir in Hannover gesprochen haben über das, was sie schaffen – und was sie von der Politik dafür brauchen. Danke an B2SQUARE, Einklang Energy, ebm-papst, production.AI GmbH, Wandelbots und viele andere…
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
01.10.2025
Wie kann CBAM Erfolg haben? Austausch mit EU-Generaldirektor
Beim Cluster Außenwirtschaft diskutierten Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung der Grünen mit Gerassimos Thomas, Generaldirektor Steuern und Zollunion der EU-Kommission, über die Umsetzung des Green Deal – und wie Europa dabei industriell wettbewerbsfähig bleibt. Im Zentrum stand der kontroverse CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM, der gleiche Klimastandards für Importe schaffen und Carbon Leakage verhindern soll. Positiv aufgenommen wurden die geplante Vereinfachung der Grenzabfertigung, die EU-weite Harmonisierung der CO2-Berechnung sowie die Verschiebung des verpflichtenden Starts – wichtige Schritte, die Unternehmen Planungssicherheit geben und einen angemessenen Anpassungszeitraum ermöglichen. Auch der von der Kommission zugesagte Exportmechanismus ist zentral, um Wettbewerbsnachteile für Exporteure auf Drittlandsmärkten zu vermeiden. Die angekündigte Ausweitung auf nachgelagerte Produkte wurde ebenfalls diskutiert – sie muss konsequent evidenzbasiert erfolgen. Bei unserem Austausch blickten die teilnehmenden Unternehmen auch angesichts der vorgesehenen Bürokratieentlastungen und einer möglichen Ausweitung insgesamt positiv auf die Einführung von CBAM. Entscheidend aber bleibt: Der Erfolg von CBAM hängt an der der Balance zwischen Klimawirksamkeit und Erfüllungsaufwand für Unternehmen.
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
30.07.2026
Impulspapier: Verteidigung als Innovationstreiber
Deutschland erhöht seinen Verteidigungshaushalt 2026 auf 124 Milliarden Euro. Die NATO-Beschlüsse von Ankara und ReArm Europe mobilisieren hunderte Milliarden Euro zusätzlich. Die Ausgabenfrage ist entschieden – die Gestaltungsfrage allerdings noch nicht.Entscheidend ist, ob aus diesen Investitionen industrielle Stärke, technologische Souveränität und echte Innovationskraft entstehen. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft zeigt: Es kommt nicht auf die Höhe der Ausgaben an, sondern darauf, wofür sie eingesetzt werden. Die Wirtschaftsvereinigung der Grünen legt ein Impulspapier vor, das konkrete Antworten auf genau diese Frage gibt.Dafür schlagen wir sechs konkrete Maßnahmen vor:  Dual-Use-Innovation gezielt fördern: Sicherheitsrelevanz als Kriterium in der staatlichen Forschungsförderung verankern – mit spezifischen Programmen nach dem Vorbild des US-amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency Modell-Modells (DARPA). Ökosysteme statt Silodenken: Offene Wertschöpfungsnetzwerke aus Grundstoffindustrie, Systemintegratoren, Mittelstand und Startups strukturell ermöglichen – vereinfachte Zertifizierungsprozesse, nationale Qualifizierungsprogramme und echte Brücken zwischen KMU und Tier-1-Unternehmen. Gesamtverteidigung als Gesamtsystem denken: Ressortübergreifende Strategie unter einem gestärkten Nationalen Sicherheitsrat – Planungssicherheit für Unternehmen über Legislaturperioden hinweg. Europäische Verteidigungskooperation als Industriepolitik begreifen: European Defence Industry Programme (EDIP)-Konsortien aktiv mitgestalten, gemeinsame Beschaffungsstandards durchsetzen, nationale Alleingänge beenden. Finanzierungsrahmen schaffen: staatliche Garantieinstrumente, u.a. über KfW und EIB, für rüstungsrelevante Lieferkettentransformationen und eine industriepolitische Komponente im Sondervermögen, damit Unternehmen heute investieren können. Forschung als strategischen Multiplikator begreifen: Den Abstand zwischen der EU (4,5 Prozent des Militärbudgets für F&E) und den USA (17 Prozent) strukturell schließen – durch Dual-Use-Förderlinien und gezielte Maßnahmen zur Talentbindung.  Der Security.Table hat heute dazu berichtet: hier geht es zur Meldung (Paywall).
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit