Gastbeitrag von Marie-Luise Wolff im Tagesspiegel Background: Die Hitze als Regierungsversagen

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Bereits mehr als 5000 Hitzetote in Deutschland diesen Sommer, drohende Wirtschaftsschäden bis 2030 von 120 Milliarden Euro – im Gastbeitrag in Tagesspiegel Background fordert Dr. Marie-Luise Wolff als Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen: Wir brauchen mehr Tempo bei der Energiewende, um die Klimarisiken einzudämmen. Die Bundesregierung aber bremst, ob beim Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) vor der Sommerpause oder beim Netzpaket nach der Sommerpause. Das ist Regierungsversagen.

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12.07.2023
Energiewende, Wärmewende und aktuelle Debatte zum Gebäude-Energie-Gesetz: Neues Kompetenz-Cluster gegründet
Das Gebäude-Energie-Gesetz wird für immer verändern, wie wir unsere Wohnungen und Werkshallen, Büros und Läden heizen. Erst vor wenigen Tagen hatten die Regierungsfraktionen sich auf die letzten Einzelheiten geeinigt, nach der Sommerpause soll der Bundestag es beschließen – ganz aktuell war also das Thema der Diskussion zwischen Vertreter*innen aus Unternehmen und den grünen Abgeordneten Sandra Detzer, wirtschaftspolitische Sprecherin, sowie Bernhard Hermann, als sogenannter Berichterstatter eng mit dem Gesetz befasst. Auch den Wärmesektor auf erneuerbare Energien umzustellen, und dabei die kommunale Wärmeplanung eng einzubinden, das fand bei der Debatte Zustimmung quer durch die Reihen von Wirtschaft und Politik. Weitgehend Einigkeit gab es auch beim Blick auf noch nicht gut gelöste Probleme. Da ist die Förderung bei der Umstellung von Heizsystemen, welche für Vermieter – also auch die Wohnungswirtschaft – sowie für Gewerbeimmobilien bis 35% ausmacht, für Privatnutzer aber bis zu doppelt so viel. Und die Einstufung von Müllverbrennung als grüne Energiequelle für Fernwärme geht gegen die Bemühungen für mehr Kreislaufwirtschaft – Fernwärme ist wichtig für die Umsetzung des Gesetzes, sie ist aber nicht automatisch nachhaltig. Großwärmepumpen und andere Technologien bieten hier Chancen, ebenso Nahwärmenetze. Wichtig sei, so die Teilnehmer*innen, dass es bei den Kommunen nun eine Angleichung der Verfahren gebe statt eines Flickenteppichs, und Planungssicherheit für die Unternehmen. Die Politiker*innen machten deutlich, dass der vorliegende Gesetzesentwurf nicht wieder aufgeschnürt werden kann, sehr wohl aber in kommenden Vorhaben und im Trilog mit der EU die aufgeworfenen Schwierigkeiten thematisiert werden sollen. In Verbindung mit der aktuellen Debatte fand auch die Gründung des Kompetenz-Clusters Energie- und Wärmewende der Wirtschaftsvereinigung statt. Als Cluster-Leiter stellte sich Jörg Ebel zur Verfügung, mit dabei sind eine ganze Reihe renommierter Unternehmen. Die Cluster-Mitglieder werden sich untere anderem damit beschäftigen, wie eine Roadmap hin zu 100 Prozent Grünstrom für Unternehmen aussehen kann.
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
03.12.2025
Rente: Die Bundesregierung liefert nicht
Zum Rentenstreit der Bundesregierung erklärt Karl Haeusgen, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung der Grünen: „Die Bundesregierung liefert nicht. Ihre Renten-Stückelei mit teuren Wahlgeschenken bietet nicht die Verlässlichkeit, die unsere Wirtschaft braucht – es geht hier um den Standortfaktor Lohnnebenkosten. Und es geht um die Kosten für die nächste Generation, da hat die Junge Gruppe der Union einfach mal recht.“ „Weil sie nicht den Mut zum Handeln hat, verschiebt die Regierung die Lasten auf unsere Kinder, ob beim Klima oder der Rente, dieses Muster zieht sich durch. Was wir stattdessen brauchen, das ist verantwortliches Handeln hier und heute. Und dabei sollten wir die Staatsfinanzen auf beiden Seiten anpacken.“ „Aktuell schaut die eine politische Seite nur auf die Ausgaben, also Rente und Bürgergeld, und die andere Seite nur auf die Einnahmen, etwa Erbschaftssteuer. Beides gehört aber zusammen, wir müssen auf beiden Seiten möglicherweise unangenehme Entscheidungen treffen – um unser Land für uns alle zukunftsfest zu machen,“ so Haeusgen.
Arbeitsmarkt und Demografie
12.12.2023
Ernährung und Agrar: Regionalisierung, Standards, Werbefragen – Austausch mit MdB Ophelia Nick
Wie Regionalisierung Lieferketten festigen kann, wie Standards für Nachhaltigkeit aussehen können, Werbung für Lebensmittel: diese Themen standen im Mittelpunkt unseres ersten Austauschformats zu Ernährung und Agrar. Ophelia Nick, Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, diskutierte mit Vertreter*innen von Unternehmen – vom Lebensmittelhandel über Milchverarbeiter bis zu Novel Food Protein Start-Ups. Die Wirtschaftsvereinigung der Grünen plant für 2024, ein Kompetenzcluster zum Thema zu starten. Mehrere Unternehmen erklärten, das Verbot von auf Kinder zielender Werbung für ungesunde Lebensmittel zu unterstützen, nachdem es nicht mehr um ein Totalwerbeverbot gehe. Es sollten aber auch die Verpackungen in den Blick genommen werden. Dies fehle gesetzlich noch. Manche Unternehmen gestalten bereits ihre Verpackungen so um, dass sie nicht mehr Kinder ansprechen, hätten dadurch aktuell aber einen Wettbewerbsnachteil. Für Nachhaltigkeit in den Lieferketten brauche es praktikable Standards, erklärten andere Unternehmen. Denkbar sei eine gemeinsame Datenbank, um Doppelabfragen bei mittelständischen Unternehmen zu vermeiden. Bei neuartigen Lebensmitteln, etwa klimafreundlich mit Mikroorganismen hergestellten Proteinen, seien flexiblere und raschere Genehmigungsverfahren wünschenswert, zumal wenn die neuartigen Produkte von der Zusammensetzung her wie die herkömmlichen seien. Ziel sei, die Landwirtschaft zukunftsfest zu machen, sagte Nick. Regionale Wertschöpfungsketten und Bioanbau seien ein Teil hiervon. Zu Novel Food gebe es Gespräche mit den Stakeholdern, damit in Europa entwickelte Produkte bei uns statt in den USA und in China zur Marktreife und in die Produktion gebracht werden. Zugleich werde an einem Chancenprogramm für die Höfe gearbeitet. Die Bäuerinnen und Bauern hatten etwa im Wirtschaftsjahr 2021/22 das stärkste durchschnittliche Einkommen je Arbeitskraft seit zehn Jahren erzielt – Grund genug, über die Chancen des Sektors zu sprechen.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa