ETS: Investitionen schützen, Transformation stärken

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Die Europäische Kommission hat ihre Vorschläge zum ETS (Emissions Trading System) vorgestellt. Dazu erklären die Vorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, Dr. Marie-Luise Wolff und Karl Haeusgen: „Der Emissionshandel ist das zentrale Mittel für das Erreichen der Klimaneutralität: Er ist marktbasiert, technologieoffen, kosteneffizient.“

„Wenn er in einzelnen Elementen weiter entwickelt wird, so müssen dabei die Vorreiter-Unternehmen, die bereits investiert haben, abgesichert werden. Und Entlastungen sollte es nur mit Gegenleistung geben: dass Unternehmen ihre Transformation voran treiben“, so die beiden Vorsitzenden.

„Wer den Emissionshandel attackiert, der attackiert nicht nur die Klimaziele – er attackiert damit unsere Sicherheit, unser Modell der sozialen Marktwirtschaft und unseren Wohlstand. Zunehmende Klimarisiken und fossile Erpressbarkeit schaden unserer Wirtschaft massiv. Unser Ziel muss sein: Tragfähige Transformation als Verbindung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität. So machen wir den Standort doppelt zukunftsfest.“

Zu den Vorschlägen der Kommission beginnen jetzt die Beratungen mit dem Europäischen Parlament und den Mitgliedsstaaten – gefordert ist hier also auch sehr direkt die Bundesregierung. Auch die Wirtschaftsvereinigung der Grünen wird sich weiter mit dem Thema beschäftigen!

Die Vorschläge der Europäischen Kommission können Sie hier nachlesen (in englischer Sprache, maschinelle deutsche Übersetzung verfügbar).

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01.06.2026
„Das brauchen wir: Fortschritt“ -Karl Haeusgen im Gespräch mit RND
Unser Vorsitzender Karl Haeusgen hat mit dem Redaktions Netzwerk Deutschland (RND) über die Zukunft des Industriestandorts Deutschland, die Herausforderungen durch China und die Bedeutung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität gesprochen. Trotz aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen sieht Haeusgen die Stärken des Standorts Deutschland weiterhin als entscheidenden Wettbewerbsvorteil: „In Deutschland überwiegen die Standortvorteile die Nachteile immer noch deutlich.“ Als Beispiele nennt er das Rechtssystem, die Konsensfähigkeit, das Bildungssystem sowie das starke Netzwerk technologisch führender Unternehmen. „Daran müssen wir weiter arbeiten, aber wir können auch stolz darauf sein.“ Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb bezeichnet Haeusgen China als „die größte Herausforderung für unsere produzierende Industrie“, insbesondere aufgrund der „einseitig gestaltenden, nationalisierenden und protektionistischen Industriepolitik Chinas“. Daraus ergibt sich für ihn die zentrale Frage nach den künftigen Stärken des Standorts: „Welche Alleinstellungsmerkmale, welche Differenzierungspotenziale können wir heben oder neu entwickeln?“ Die Antwort sieht er in einer tragfähigen Transformation: „Die Verbindung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität. Wenn die als Chance und nicht als Gegensatz begriffen wird, ergeben sich Differenzierungschancen.“ Zugleich warnt Haeusgen vor fehlender Investitionssicherheit: „Niemand weiß so recht, unter welchen Rahmenbedingungen wir in Europa und Deutschland arbeiten. Das ist mit der derzeitigen Bundesregierung schwieriger geworden.“ Auch beim Emissionshandel plädiert er für Verlässlichkeit: „Der ist marktbasiert, technologieoffen, kosteneffizient. Man kann da an Schrauben drehen. Aber man darf das System jetzt nicht demontieren – wegen des Klimas nicht, aber auch wegen der Planungssicherheit nicht.“ Vielen Dank für das Gespräch an Stefan Lange!   Hier geht es zum vollständigen Interview von RND.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
25.03.2026
Zukunft des Innovationsstandorts Berlin-Brandenburg
Wie machen wir Berlin zur ScaleUp-Hauptstadt? Konkrete Ideen für Innovation an der Spree diskutierten mit der Spitzen-Grünen Bettina Jarasch bei uns betahaus-CEO Maximilian von der Ahé und weitere Unternehmen sowie unsere Vorstände Stephan Beyer und Volker Ratzmann bei unserem Regionalforum Berlin-Brandenburg, geleitet von Michael Knoll, GASAG. Grundlage war auch ein Papier des Berliner Startup-Verbands. Klar ist: Es braucht einen echten Push. Einige Punkte aus der Diskussion: Wachstumskapital vom Start-Up zum Scale-Up ist entscheidend, um Wertschöpfung in Berlin zu sichern – sonst wandern die jungen Unternehmen ab oder werden aufgekauft. Die politische Herausforderung ist, hierfür Strukturen zu schaffen – und Bürokratie abzubauen. „Capital Concierge“: Eine zentrale Anlaufstelle für Investoren in der Senatsverwaltung, mit starker Position gegenüber allen Behörden. Kapital für Investitionen gibt es genug, es muss aber nach Berlin geholt werden. Start-Ups/Scale-Ups müssen Chef:innen-Sache werden in der Landesregierung. Es ist eine Frage des politischen Willens, neue Unternehmen zu unterstützen. Wichtige Funktion des Staates: Kunde sein, Leitmärkte aufbauen. Über Nachfrage/Einkauf kann die öffentliche Hand viel bewirken. Es gibt gute Voraussetzungen bei Health Tech mit der Berliner Gesundheitslandschaft, bei Green Tech mit den Hochschulen, auch Defense ist ein wichtiges Thema. Von München lernen: UnternehmerTUM-Aufbau hat lang gedauert, aber bietet heute ein interessantes Ökosystem. Solche Akteure gilt es mit den Unis aufzubauen. Auch eine Kulturfrage: Geld verdienen darf in Berlin nicht als „igitt“ gelten. Auf Unternehmen statt nur auf Kultur und Wissenschaft stolz sein. Berlin braucht ein Leitbild. „Arm aber sexy“ funktioniert nicht mehr – aber Freiheit und Mut zu Neuem machen die Stadt weiter aus. Hieraus müssen wir gemeinsam etwas machen.
Innovation, Digitalisierung und TechnologieRegionalforen
08.06.2023
„Anreiz, industrielle Prozesse zu elektrifizieren“: Ökonom Jens Südekum in Debatte #2 zum Industriestrompreis
Ein Industriestrompreis kann den Umbau der Wirtschaft Richtung Klimaneutralität beschleunigen, ohne dass dabei energieintensive Unternehmen ihren Standort aus Deutschland heraus verlagern. Das erklärte der Wirtschaftswissenschaftler Jens Südekum in dem Dialogformat „Wirtschaft wissenschaftlich“ der Wirtschaftsvereinigung der Grünen mit Teilnehmer*innen aus Unternehmen und Politik. Wenn energieintensive Unternehmen beim Strompreis bis 2030 Planungssicherheit haben, so der Ökonom, können sie in die Elektrifizierung ihrer bislang fossil betriebenen Prozesse investieren, etwa in der Aluminiumproduktion oder bei der Halbleiterherstellung. Entscheidend sei der Transformationsstrompreis, so Südekum. Dies ist der in der kontroversen öffentlichen Debatte vielfach übersehene erste Teil des vom BMWK vorgeschlagenen Konzepts. Hier wird der massive Ausbau der erneuerbaren Energien kombiniert mit einem besseren Zugang der Industrie zu günstigem grünem Strom. Dieser soll in Anlagen erzeugt werden, die mit Contracts for Difference (CfD) – den so genannten Klimaschutzverträgen – finanziert werden, und dann mit Power Purchase Agreements (PPA) direkt an Unternehmen abgegeben werden; dies soll verstärkt auch für mittelständische Unternehmen ermöglicht werden. Der Brückenstrompreis soll gegen eine Reihe von Bedingungen für energieintensive Unternehmen einen Preis von 6 Cent pro Kilowattstunde sicherstellen, für 80 Prozent ihres Verbrauches. Die Differenz zum Börsenstrompreis wird erstattet. Dieser beträgt derzeit knapp 8 Cent, so Südekum. Ohne einen solchen Industriestrompreis würden manche Unternehmen voraussichtlich ihren Standort verlagern. Es sei sinnvoll, für den Industriestrompreis die zur Verfügung stehenden Gelder aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) und dem sogenannten „Doppel-Wumms“ zu nutzen. Bis 2030 sei, wenn der vom Wirtschaftsministerium angestrebte Ausbau der Erneuerbaren umgesetzt wird, dann genug günstiger grüner Strom vorhanden, zeigte sich Südekum überzeugt. In diesem Punkt äußerten sich einige Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung skeptisch – wenn die Stromnachfrage mit der fortschreitenden klimafreundlichen Elektrifizierung stark steigt, sehen die Unternehmen das Risiko langfristig hoher Strompreise. Damit der Industriestrompreis als Brücke funktionieren könne, müsse am Ende der Brücke auch wirklich ein neues Ufer sein. Auch wurde von Mitgliedern die Frage aufgeworfen, wie der Industriestrompreis sich auf den Spot- und Terminmarkt auswirken werde – hier könnte der Industriestrompreis über Marktmechanismen Auswirkungen haben auf Unternehmen, die gar nicht direkt mit ihm in Berührung kommen.   Südekum ist Professor an der Universität Düsseldorf und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Die Diskussion war die zweite in einer Reihe zum Industriestrompreis. In einer ersten Veranstaltung hatten sich die wirtschaftspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion Sandra Detzer und der Industriepolitiker Felix Banaszak mit Vertreter*innen aus Unternehmen ausgetauscht. Im dritten Termin der Reihe ist ein Gespräch mit Michael Kellner MdB geplant, er ist Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Mehr zum Arbeitspapier des Wirtschaftsministeriums
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