Erfolg sichern für den Emissionshandel Gebäude und Verkehr: neues Perspektivenpapier

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Der Ausstoß von Treibhausgasen in den Sektoren Gebäude und Verkehr sinkt bislang nicht im selben Maße wie im Energiesektor. „Jetzt ist die Bundesregierung gefragt, ihr Bekenntnis zum Emissionshandel aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen“, heißt es in einem heute veröffentlichten Perspektivpapier der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Die Bundesregierung muss den Erfolg sichern für den Emissionshandel 2 als technologieoffenen Marktmechanismus ab 2027 – die Klimapolitik ist am Donnerstag Thema im Europäischen Rat. Die Wirtschaftsvereinigung schlägt eine Reihe von Maßnahmen vor, um mögliche Preisanstieg wirksam zu dämpfen. 

„Deutschland ist für fast ein Viertel der EU-weiten Emissionen verantwortlich, die künftig vom ETS 2 erfasst werden. Damit trägt der deutsche Markt eine besondere Verantwortung und besitzt eine Leitfunktion für den Erfolg des Emissionshandel“, heißt es in dem Papier. Zugleich ist klar, dass vor allem osteuropäische Länder Widerstand angemeldet haben, während es in Deutschland mit dem nationalen Emissionshandel bereits eine CO2-Bepreisung auch für Gebäude und Verkehr gibt und der Preisanstieg deshalb überschaubar wäre.

Emissionsminderungen mit Einnahmen aus CO2-Preis dämpfen dessen Anstieg

Die Wirtschaftsvereinigung schlägt Maßnahmen vor, die CO2-Preiserwartungen zu stabilisieren, um damit Planungssicherheit für Unternehmen und Haushalt zu schaffen. Investitionen in die Emissionsminderung könnten vorgezogen werden durch zusätzliche Mittel über ein so genanntes „Revenue Frontloading“: Erst später entstehende Einnahmen aus dem Emissionshandel können vorweggenommen und für Dekarbonisierung eingesetzt werden – etwa durch Investitionen in saubere Technologien. „Die wirksamste Methode, steigende CO₂-Preise zu verhindern, ist die Verringerung der Emissionen selbst“, so das Papier. Der CO2-Grenzausgleich soll bürokratiemindernd und wirtschaftsfreundlich umgebaut werden.

Zugleich muss die EU laut dem Papier an Maßnahmen zur Emissionsminderung festhalten, etwa der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED), der Gebäuderichtlinie (EPBD), der Industrieemissionsrichtlinie (IED) – eben um die Emissionen zu mindern und auch damit den Preis im Emissionshandel zu dämpfen.

Unterstützung der Unternehmen – und der privaten Haushalte

Im Emissionshandel entsprechen die Kosten zugleich Einnahmen für die öffentliche Hand. Diese muss mit dem Geld entschlossen die Transformation der Wirtschaft unterstützen. Hinzu kommt: „Ein wirksamer sozialer Ausgleich ist entscheidend, um die Akzeptanz des ETS2 zu sichern und Haushalte vor Energie- und Mobilitätsarmut zu schützen“, so das Papier. „Der Auszahlungsmechanismus für ein unbürokratisches Klimageld steht bereits bereit. Dieses sollte durch Förderprogramme und Unterstützungsmaßnahmen ergänzt werden, die einkommensschwache und besonders vom CO₂-Preis betroffene Haushalte gezielt entlasten.“ Dies bedeutet auf Dauer keine Mehrkosten für die Staaten, weil es aus dem Emissionshandel selbst finanziert werden kann.

Hier das Papier

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12.03.2025
Was tun, Koalition – Impulse aus den Kompetenzclustern
Von Energiewende bis Arbeitsmarkt hat die Wirtschaftsvereinigung der Grünen eine  Reihe von Impulspapieren für die diesen Donnerstag startenden detaillierten Koalitionsverhandlungen vorgelegt – zusammengefasst auch in einem 11-Punkte-Plan für Deutschland. Die Vorschläge richten sich an alle relevanten Stakeholder, über Parteigrenzen hinweg. Entwickelt worden sind sie in den Kompetenzclustern der Wirtschaftsvereinigung mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Mitgliedsunternehmen. „Vorwärts statt rückwärts, darum geht es uns“, erklärte der Co-Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung, Thomas Fischer. „Drei Beispiele: Das Sondervermögen Infrastruktur muss zusätzliche Investitionen in Infrastruktur ermöglichen statt ohnehin Geplantes zu finanzieren. Die Energiewende muss smart weiterentwickelt statt dumm zurückgedreht werden. Die Sozialversicherung braucht eine Strukturreform statt etwa mit Geschenken bei der Rente die Lohnebenkosten immer weiter hoch zu treiben. – Als Unternehmer sage ich: Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit zusammen können das Geschäftsmodell Deutschland sein. Wenn wir den Mut dazu haben.“ Dazu braucht es alle demokratischen Kräfte und den Dialog mit der Wirtschaft in ihrer ganzen Breite, so Martin Kaul, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung. „Dazu tragen wir gern bei. Bündnis 90/Die Grünen sind unser direktes Gegenüber in der Politik, und es ist enorm wichtig für unsere Demokratie, dass im Bundestag nicht nur ganz rechts und ganz links die Opposition bilden, sondern auch eine Kraft der Mitte. Zugleich kommt es nun auf CDU und SPD an, ob sie gute Konzepte der Vorgängerregierung weiter entwickeln oder zurückdrehen, und ob sie offen sind für Impulse von vielen Seiten.“   11 Punkte Plan Impulspapier Agrarwende & Ernährung Impulspapier Arbeitsmarkt Impulspapier Außenwirtschaft Impulspapier Bauwirtschaft Impulspapier Energie & Wärmewende Impulspapier Gesundheitswirtschaft Impulspapier Innovation & Digitalisierung Impulspapier Mobilität & Verkehr Impulspapier Wirtschaftssicherheit Impulspapier Rohstoffe & Kreislaufwirtschaft Impulspapier Transformation, Industriepolitik & Finanzierung  
Pressemitteilung
10.03.2025
„Da muss noch mehr kommen“: Statement zu Sondervermögen und Schuldenbremse
Die intensiven Gespräche zwischen Bündnis 90/Die Grünen und CDU/SPD zum Sondervermögen und zur Reform der Schuldenbremse mit Blick auf Infrastruktur und Verteidigung werden von der Wirtschaftsvereinigung der Grünen begrüßt. Zu der zunächst vorliegenden Fassung von CDU/SPD konnte es keine Zustimmung geben. Wünschenswert ist, dass eine einigungsfähige Reform entsteht. Zum Wochenstart hat der Vorstand der Vereinigung ein Statement veröffentlicht. „Das Sondierungsergebnis enthält wirtschaftspolitisch eine Reihe guter Ansätze, etwa bei den Energiepreisen, die übrigens auch den Vorschlägen des bislang grün geführten Bundeswirtschaftsministeriums entsprechen. Schön, wenn die neue Regierung dies nun umsetzen will“, erklärte die Co-Vorstandsvorsitzende Heike Discher. „Rosa Wölkchen“ „Bei Nachhaltigkeit und Klima aber malen die Koalitionäre rosa Wölkchen. Konkrete Maßnahmen fehlen vielfach. Hier muss noch einiges kommen, angefangen mit dem sehr begrüßenswerten Sondervermögen Infrastruktur, wo Treibhausgasminderung ein wichtiger Maßstab für die Investitionen sein kann. Die neue Regierung sollte hier den Dialog mit der Wirtschaft suchen, um Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit zusammen zu bringen“, so Discher „Mehr kommen muss auch bei den nötigen Strukturreformen. Von der Verwaltungsmodernisierung über das Energiesystem bis zur Sozialversicherung, also Pflege-Rente-Gesundheit. Nichtstun würde hier auf Dauer die Lohnnebenkosten hochtreiben und die Leistungen für die Menschen runterdrücken. Statt Strukturreformen finden sich in dem Papier Geschenke für Partikularinteressen wie die Mehrwertsteuersenkung für Einzelinteressen oder die Mütterrente, die letztlich von uns allen bezahlt werden müssen. Das lässt Übles ahnen für die kommenden vier Jahre – insbesondere auch mit Blick auf das Sondervermögen Infrastruktur.“ Investitionen müssen wirklich zusätzliche Investitionen sein „Die Investitionen aus dem Sondervermögen müssen zusätzliche Investitionen sein – die Schulden dürfen nicht ohnehin bereits geplante Maßnahmen finanzieren. Denn dann zielt das ganze Konstrukt in Wirklichkeit auf eine Entlastung des Kernhaushalts, um konsumtive Geschenke von CDU und SPD je an ihre Klientel auf Kosten kommender Generationen zu bezahlen“, erklärte Discher. „Sollte das der Fall sein, so wäre das Sondervermögen ein Schwindel, der dem Standort Deutschland schadet statt nützt.“Medienbericht: https://lnkd.in/eZdZrfKD
Pressemitteilung
02.06.2026
Martin Kaul beim FDP-Parteitag
Die Debatten zur Zukunft der FDP halten an. Unser Hauptgeschäftsführer Martin Kaul war beim Parteitag. Seine Bilanz: Wir hoffen, dass die Liberalen eine Partei der Mitte bleiben und nicht nach rechts abbiegen. Für heimatlose Liberale sind wir als Wirtschaftsvereinigung der Grünen jederzeit gern da, um das Gemeinsame zu suchen: für Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität. Auch das Sondervermögen war Thema auf dem Parteitag. Der Standpunkt der Wirtschaftsvereinigung der Grünen bleibt klar: Neben der Schuldenbremse braucht es Investitionen in die Infrastruktur, um die Grundlagen für die wirtschaftliche Entwicklung von morgen zu schaffen. Das Kriterium der Zusätzlichkeit sollte dabei aber stärker berücksichtigt werden. 
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik