Energie für Europas Wirtschaft: Austausch mit Terry Reintke, grüne Fraktionsvorsitzende in Brüssel

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Wie gelingen sichere Versorgung mit Energie und günstige Preise klimaneutral über Grenzen hinweg? Diese Schlüsselfrage zwischen Green Deal und Industrial Deal diskutiert diese Woche Terry Reintke mit Mitgliedern der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Sie ist Vorsitzende der grünen Fraktion im Europa-Parlament mit 72 Abgeordneten aus 18 Nationen. Und sie wird auch nach der Europawahl im Sommer in Brüssel wichtig sein: Reintke ist Spitzenkandidatin der europäischen Grünen. Eines ihrer zentralen Projekte ist eine europäische Infrastruktur-Union. Durch grenzüberschreitende Energieinfrastrukturen für Strom und Wasserstoff, unter Nutzung regionaler Standortvorteile etwa bei der Solarenergie oder Windenergie, soll die Energieversorgung dauerhaft stabil und günstig bleiben.

Im Austausch mit den Mitgliedern aus den Unternehmen sowie der Vorstandsvorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung, Heike Discher, ging es stark um Finanzierungsfragen. Die geschätzt 700 Milliarden Euro für die Umsetzung des Green Deal brauchen private Investitionen – diese aber passieren nur, wenn der regulatorische Rahmen verlässlich ist. In diesem Zusammenhang ging es um Kapazitätsmechanismen und Energiemarktdesign. Etwa für Offshore-Wind-Projekte brauche es angesichts hohen Finanzbedarfs und unsicherer Bedingungen zumindest zwischenzeitlich auch europäische Mittel, hieß es. Terry Reintke erklärte vor diesem Hintergrund, die EU müsse künftig Eigenmittel haben, etwa durch eine Finanztransaktionssteuer oder Übergewinnsteuer. Einigkeit herrschte in dem Punkt, dass Europa dringend eine Kapitalmarktunion braucht. Genauso war überwiegend Konsens, dass der Green Deal bereits auch ein Industrial Deal sei, und es weiter um die Umsetzung gehen müsse – nicht hingegen um ganz neue oder andere Ziele.

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Die Transformation aktiv gestalten und gleichzeitig nachhaltig, generationengerecht und wettbewerbsstärkend investieren: Wie das gehen kann, stand im Mittelpunkt unserer Veranstaltung „Investieren in Wandel – Transformationsfinanzierung für Niedersachsen“. Mit dem Programm „Niedersachsen kann Zukunft“ stellt das Land rund 14,5 Milliarden Euro für zentrale Zukunftsinvestitionen bereit. Gemeinsam mit Finanzminister Gerald Heere sowie führenden Vertreter:innen aus Wirtschaft und Politik haben wir darüber gesprochen, welche wirtschaftlichen Impulse dieses Finanzierungsprogramm setzen kann – und wie nachhaltige Transformation konkret gelingen kann. Diskutiert wurden unter anderem: Die Rolle von Investitionen für Wettbewerbsfähigkeit und Modernisierung. Kreditfinanzierte Mittel als Hebel für Innovation, Unternehmen und Arbeitsplätze. Branchen und Bereiche mit besonderem Transformationspotenzial. Mittel aus „Niedersachsen kann Zukunft“ fließen in Klimaschutz, Infrastruktur (Brücken, Häfen, ÖPNV, Digitalisierung) und Bildung. Ergänzt werden Projekte in Gesundheitsversorgung, Wohnungsbau und ländliche Entwicklung. Ein zentrales Signal: Ein erheblicher Teil des Geldes fließt direkt in die Kommunen – mit dem Ziel, regionale Wertschöpfung zu stärken und langfristige Multiplikatoreffekte zu erzeugen.
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Arbeitskräftepotenzial in Deutschland mobilisieren: Perspektivenpapier
Um die wachsende Arbeitskräftelücke zu schließen und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, müssen Politik und Wirtschaft mehr zusammenarbeiten. Der demografische Wandel wird diese Lücke weiter vergrößern. Sinnvoller als unliberale Rufe nach Vorschriften für längere Wochenarbeitszeiten wäre, die Erwerbsquoten von Frauen und Älteren zu erhöhen, wodurch bis 2035 zusätzliche 3,4 Millionen Erwerbspersonen gewonnen werden könnten. Wichtige Maßnahmen sind hier flexiblere Arbeitszeitenregime, bessere Kinderbetreuung, steuerliche Anreize und Digitalisierung. Zuwanderung von Fachkräften und die raschere Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt bleibt dabei weiter nötig – die Herausforderung ist, aus vielen kleinen Beiträgen den großen Schub für das Arbeitskräftepotenzial zu schaffen. Hierzu hat das Kompetenzcluster Arbeitsmarkt der Wirtschaftsvereinigung der Grünen jetzt ein Perspektivenpapier veröffentlicht. Aus Sicht der Unternehmen gibt es eine ganze Reihe von möglichen Maßnahmen, um das inländische Potenzial von Arbeitskräften zu mobilisieren: – Mehr Anreize für längere freiwillige Beschäftigung Älterer– Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit durch bessere Rahmenbedingungen– Arbeitszeit zurückgewinnen durch Digitalisierung, KI und Automatisierung– Flexible Arbeitszeitenmodelle fördern statt starrer Vorschriften Ansätze wie diese wurden am Tag nach der Veröffentlichung des Papiers auch beim Fachkräftekongress der grünen Bundestagsfraktion diskutiert, mit Gästen wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und vielen anderen. Hier das siebenseitige Papier: WVG_Perspektivenpapier_Arbeitskraefte.pdf
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Energiewende, Wärmewende und aktuelle Debatte zum Gebäude-Energie-Gesetz: Neues Kompetenz-Cluster gegründet
Das Gebäude-Energie-Gesetz wird für immer verändern, wie wir unsere Wohnungen und Werkshallen, Büros und Läden heizen. Erst vor wenigen Tagen hatten die Regierungsfraktionen sich auf die letzten Einzelheiten geeinigt, nach der Sommerpause soll der Bundestag es beschließen – ganz aktuell war also das Thema der Diskussion zwischen Vertreter*innen aus Unternehmen und den grünen Abgeordneten Sandra Detzer, wirtschaftspolitische Sprecherin, sowie Bernhard Hermann, als sogenannter Berichterstatter eng mit dem Gesetz befasst. Auch den Wärmesektor auf erneuerbare Energien umzustellen, und dabei die kommunale Wärmeplanung eng einzubinden, das fand bei der Debatte Zustimmung quer durch die Reihen von Wirtschaft und Politik. Weitgehend Einigkeit gab es auch beim Blick auf noch nicht gut gelöste Probleme. Da ist die Förderung bei der Umstellung von Heizsystemen, welche für Vermieter – also auch die Wohnungswirtschaft – sowie für Gewerbeimmobilien bis 35% ausmacht, für Privatnutzer aber bis zu doppelt so viel. Und die Einstufung von Müllverbrennung als grüne Energiequelle für Fernwärme geht gegen die Bemühungen für mehr Kreislaufwirtschaft – Fernwärme ist wichtig für die Umsetzung des Gesetzes, sie ist aber nicht automatisch nachhaltig. Großwärmepumpen und andere Technologien bieten hier Chancen, ebenso Nahwärmenetze. Wichtig sei, so die Teilnehmer*innen, dass es bei den Kommunen nun eine Angleichung der Verfahren gebe statt eines Flickenteppichs, und Planungssicherheit für die Unternehmen. Die Politiker*innen machten deutlich, dass der vorliegende Gesetzesentwurf nicht wieder aufgeschnürt werden kann, sehr wohl aber in kommenden Vorhaben und im Trilog mit der EU die aufgeworfenen Schwierigkeiten thematisiert werden sollen. In Verbindung mit der aktuellen Debatte fand auch die Gründung des Kompetenz-Clusters Energie- und Wärmewende der Wirtschaftsvereinigung statt. Als Cluster-Leiter stellte sich Jörg Ebel zur Verfügung, mit dabei sind eine ganze Reihe renommierter Unternehmen. Die Cluster-Mitglieder werden sich untere anderem damit beschäftigen, wie eine Roadmap hin zu 100 Prozent Grünstrom für Unternehmen aussehen kann.
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik