Dr. Marie-Luise Wolff zur ersten Lesung des GModG und des StromVKG

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Aufgeweichte Klimaschutz-Ziele, potenzielle Kostenfallen für Verbraucher, keine ausreichende Planungssicherheit für Investitionen: zur ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) im Deutscher Bundestag erklärt unsere Vorstandsvorsitzende Dr. Marie-Luise Wolff:


„Was wir für die Wärmewende brauchen: mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen angesichts zunehmender Gas- und Ölpreiskrisen. Was wir mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz bekommen: aufgeweichte Klimaschutz-Ziele und eine potenzielle Kostenfalle für Verbraucher, die weiterhin auf fossile Brennstoffe für ihre Heizung setzen.

Zumindest findet die Hängepartie ein Ende, wie es im Gebäudesektor weitergeht. Die vorgesehenen Regelungen bieten aber immer noch keine ausreichende Planungssicherheit für Investitionen. Um Anreize für die nötige Elektrifizierung zu schaffen, brauchen wir noch dringlicher eine konsequente Senkung der Strompreise, nicht nur für ein oder zwei Jahre. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich Stromsteuern und Netzentgelte für alle in unserem Land zu senken.

Hochproblematisch ist, dass das Gesetz praktisch ohne Folgeabschätzung beschlossen wird. So ist es nach Aussage des Wirtschaftsministeriums zum Beispiel unklar, wie sich das Gesetz auf den Ausstoß von klimazerstörenden Treibhausgasen auswirken wird. Auch gibt es keine offizielle Prognose darüber, welche zusätzliche Nachfrage es nach Biomethan und Bioöl für die vorgeschriebene Beimischung geben wird, ob diese Mengen überhaupt zur Verfügung stehen werden – und zu welchen Preisen.

Dazu schafft das GModG eine unnötige Konkurrenz bei der Nutzung dieser Brennstoffe: Die begrenzte Menge an erneuerbaren Gasen sollte hauptsächlich da zum Einsatz kommen, wo eine Elektrifizierung nicht möglich ist. Das sind zum Beispiel Stahlherstellung, Zementproduktion oder Teile der Chemie-Industrie.

Das StromVKG stellt endlich die Weichen für die Ausschreibung neuer Kraftwerkskapazitäten, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wenn wir, wie geplant, aus der Kohleverstromung aussteigen. Warum wir darauf allerdings so lange warten mussten, bleibt ein Rätsel. Denn sehr ähnliche Pläne hatte Ex-Wirtschaftsminister Habeck bereits mit der EU-Kommission ausgehandelt. Gut, dass es jetzt endlich so kommt.“

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20.02.2025
Umfrage Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit: Entscheider in der Wirtschaft sehen Nutzen – und machen sich Sorgen
Entscheider in der Wirtschaft sehen den Nutzen von Nachhaltigkeit für ihr Unternehmen. 77% nennen einen oder mehrere Aspekte, die für sie messbare wirtschaftliche Vorteile bringen.  Das zeigt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Zugleich, so die repräsentative Untersuchung, beherrscht aktuell aber offenbar die Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit einen großen Teil der Entscheider.  „Dass so viele Führungskräfte Nachhaltigkeit für ihr Unternehmen direkt als Vorteil sehen, ist ein klares Signal“, erklärte Heike Discher, Co-Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. „Ganz pragmatisch zeigen hier die Entscheider, wie weit die Wirtschaft bereits ist – viel weiter, als ihr oft unterstellt wird.“ Die Befragten sind nicht Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, sondern zufällig und repräsentativ von Civey zusammengestellt.  Wichtigste Aspekte für, wie es in der Umfrage heißt, „messbare wirtschaftliche Vorteile für ihr Unternehmen“ sind aus Sicht der Befragten unter anderem (Mehrfachnennungen sind möglich) – Energie- und Ressourceneffizienz (36%)– Gewinnung qualifizierter Mitarbeitender (28%)– Erhöhung Kundenzufriedenheit (27%)– Stärkung der Innovationskraft (21%)– Und weitere, darunter Produktqualität, Marktchancen, Lieferketten– Nur 20% sehen in keinem der Aspekte von Nachhaltigkeit einen wirtschaftlichen Vorteil für ihr Unternehmen, weitere 3% sind unsicher. „Dies gilt auch bei den Entscheidern aus der Wirtschaft, die beispielsweise. eine Wahlabsicht für die CDU äußerten – auch hier sehen in der Umfrage nur 24% in keinem der Aspekte einen wirtschaftlichen Vorteil oder sind unsicher“, so Discher. „Das ist also längst keine Frage von Parteinähe mehr.“  „Keins von beidem sollte gegen das andere ausgespielt werden“  Zugleich sind die aktuellen Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft groß. 35% der der mehr als 1.000 Befragten finden Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit für den Standort gleich wichtig oder, dies gilt aber nur für einen kleinen Teil, Nachhaltigkeit sogar wichtiger. Umgekehrt ist in der aktuellen Situation aber für 65% der Entscheider aus der Privatwirtschaft laut der Umfrage die Wettbewerbsfähigkeit wichtiger.  „Das zeigt für die Zeit nach der Wahl zweierlei“, erklärt Martin Kaul, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung. „Zum einen: Die Verbindung von Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit wird mit gut einem Drittel von deutlich mehr Entscheidern in der Privatwirtschaft als wichtig gesehen, als es etwa dem Anteil der Grünwähler entspräche. Das ist bemerkenswert. Zum anderen: Die Wettbewerbsfähigkeit muss gesichert werden, etwa durch Bürokratieabbau und günstige Energiepreise, denn die Sorgen der zu zwei Dritteln aktuell vor allem auf Wettbewerbsfähigkeit setzenden Entscheider in der Privatwirtschaft sollten alle ernst nehmen.“  „Deshalb sind Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit zusammen der Auftrag an die nächste Bundesregierung, mit der Wirtschaft im Dialog“, betont Thomas Gambke, Co-Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsvereinigung. „Keins von beidem sollte gegen das andere ausgespielt werden – nicht vor der Wahl und nicht danach. Ein funktionierender Wettbewerb ist in unserer Marktwirtschaft die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Wirtschaft und damit Sicherheit von Arbeitsplätzen. Und: Wettbewerbsfähigkeit ist Grundlage für einen erfolgreiche Transformation in eine nachhaltige Wirtschaft.“
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
19.02.2025
Zollkrieg vermeiden und eher auf Kooperation setzen
„Lassen wir uns in einen Handelskrieg ziehen oder setzen wir auf strategische Zusammenarbeit? Ein Zollwettlauf schadet der Wirtschaft auf beiden Seiten. Stattdessen braucht es eine kluge, differenzierte Antwort, die Verlässlichkeit für Unternehmen schafft“, sagt unser Vorstand und Clusterleitung Außenwirtschaft Volker Ratzmann zur Debatte rund um die Ankündigungen von Präsident Trump Zölle auf EU-Waren zu erheben. „Wir als Wirtschaftsvereinigung der Grünen setzen uns für eine regelbasierte Weltwirtschaft ein. Das bedeutet z.B. gezielte, sektorspezifische Maßnahmen statt pauschaler Gegenzölle, stärkere Partnerschaften mit Ländern wie Japan, Südkorea oder Kanada und eine Globalisierung, die wir aktiv mitgestalten – statt sie anderen Akteuren zu überlassen. Die EU hat die Stärke und das Selbstbewusstsein, eine klare wirtschaftspolitische Strategie zu fahren. Jetzt braucht es entschlossenes Handeln für resiliente und zukunftsfähige Wirtschaftsstrukturen.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
08.03.2026
„Wirtschaft war wichtig bei dieser Wahl“: Statement zu Baden-Württemberg
„Wirtschaft war wichtig bei dieser Wahl. Und ganz offensichtlich traut Baden-Württemberg den Grünen zu, gerade jetzt in der Krise die tragfähige Transformation zu wieder mehr Wettbewerbsfähigkeit und eben auch Klimaneutralität hinzukriegen“ – das erklärte Karl Haeusgen als Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. „Das Ergebnis zeigt: Sehr viele Menschen in Baden-Württemberg sehen sich von den Grünen einfach in der Sache gut regiert.“„Umgekehrt hat die Bundesregierung leider Unsicherheit verbreitet mit ihrer Zickzackpolitik bei Solarenergie auf den Dächern auch vieler Häuslebauer im Südwesten, bei der Wärmewende, beim Netzausbau. Sie macht keine zukunftsfähige Industriepolitik und enttäuscht damit viele Unternehmen. Dieser Schlingerkurs ist schlecht für die Investitionssicherheit im Land. Natürlich war die starke Politikerpersönlichkeit Cem Özdemir wichtig, aber da kam einiges zusammen, was auch für die Bundespolitik zählt.“
Pressemitteilung