Digitale Souveränität als Standortfaktor: Handlungsfähigkeit statt Abschottung

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Für die Wettbewerbsfähigkeit Europas wird digitale Souveränität zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor. Dabei geht es nicht um Abschottung, sondern um die Fähigkeit, bei kritischen Technologien echte Wahlmöglichkeiten zu haben, Abhängigkeiten bewusst zu gestalten und strategisch handlungsfähig zu bleiben.

Über Herausforderungen und Chancen von digitaler Souveränität diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Cybersicherheitsforschung bei unserem Round Table „Digitale Souveränität als Standortfaktor“ in den Räumen unseres Mitglieds Siemens in Frankfurt am Main. Mit dabei u. a. waren Anna Lührmann MdB, stv. Vorsitzende des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung und Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Hessen, und Mathias Wagner MdL, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag. Deutlich wurde: Deutschland und Europa verfügen in wichtigen Technologiefeldern bereits über starke Ausgangspositionen – etwa bei industriellen Daten, Sensorik, Automatisierung sowie der zunehmenden Konvergenz von IT und Operational Technology (OT). Entscheidend ist nun, diese Stärken in strategische Handlungsfähigkeit zu übersetzen.

Einige zentrale Punkte aus der Diskussion:

Die Diskussion machte deutlich: Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck. Sie stärkt die Resilienz, Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Europa und wird damit zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für wirtschaftlichen Erfolg.

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11.03.2026
Industriestandort ländlicher Raum: Perspektiven aus dem Sauerland
Zu Gast bei WEPA in Arnsberg diskutierte die Wirtschaftsvereinigung der Grünen gemeinsam mit Sandra Stein MdB, Jörg Nolte von der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen über die Zukunft des Industriestandorts im ländlichen Raum. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Bedeutung der Industrie außerhalb der Metropolen. Ein Großteil der industriellen Wertschöpfung findet im ländlichen Raum statt: Mehr als 70 Prozent der rund 5,5 Millionen Industriebeschäftigten arbeiten dort. Allein im Sauerland sind über 170 sogenannte Hidden Champions ansässig. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen stehen. Hohe Energie- und Personalkosten prägen die Standortbedingungen, während der internationale Wettbewerb zunehmend auch über Innovation und Qualität geführt wird. Zugleich zeigt sich: Gerade dieser Druck treibt Unternehmen dazu an, ihre Prozesse kontinuierlich zu optimieren und Innovationen voranzubringen. Automatisierung, Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz gewinnen auch in klassischen Industriezweigen an Bedeutung. Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Fachkräftesicherung. Viele industrielle Arbeitsplätze – insbesondere in der Produktion und im Schichtbetrieb – stehen vor einem wachsenden Nachwuchsproblem. Umso wichtiger sind ein leistungsfähiges Bildungssystem und eine attraktive berufliche Ausbildung. Das Gespräch unterstrich die zentrale Rolle des industriellen Mittelstands im ländlichen Raum für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Gleichzeitig wird im Sauerland deutlich, welches Potenzial im industriellen Wandel liegt: Die Region bietet zahlreiche Beispiele dafür, wie Nachhaltigkeit, Transformation und technologische Innovation zu konkreten Wettbewerbsvorteilen werden können.
Klimaneutralität, Energiewende und IndustriepolitikRegionalforen
18.02.2026
„Die Transformation ist eine historische Chance für Deutschland“
„Die Bedingungen des Gelingens aufzeigen statt die des Nicht-Gelingens“: Heute im Handelsblatt wird unsere Vorstandsvsitzende im Vorfeld des Parteitags der CDU Deutschlands interviewt – mit Fokus auf Energie, Netzpaket, Wärmewende. Und Dr. Marie-Luise Wolff macht für die Wirtschaftsvereinigung der Grünen deutlich: Das Land braucht hier von der Bundesregierung „Tempo statt Bremse“. Brücken bauen in eine gute Zukunft – tragfähige Transformation als Verbindung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität sichern. Aus dem Interview: „Anreize anstatt Verbote sind der richtige Weg – für diejenigen, die schneller ausbauen. Ein Beispiel: Wenn ein Windrad wegen Netzengpässen nur in ein paar Kilometer Entfernung angeschlossen werden kann, sollte nicht der Windrad-Investor die Kosten dafür übernehmen. Und aus dem Sondervermögen kann ein Gutteil der Kosten getragen werden, denn wir müssen die Netzentgelte senken, Energie muss rasch billiger werden.“ „Klimaschutz ist ein Wachstumstreiber, er bringt neue Technologien hervor, die weltweit nachgefragt werden. Er sorgt für Investitionen in die Modernisierung unserer Infrastruktur.“ Und: „Erneuerbare in der Wärme machen uns weniger erpressbar durch Importe von Gas.“ Bei den Klimazielen braucht es Klarheit statt Aufschieben. „Wir wissen doch genau, wie es ausgehen würde: Kurz vor 2050 wären die Emissionen immer noch viel zu hoch. Und dann sagen alle, das alles bis 2050 wegzukriegen, das klappt nicht, und auch 2050 kippt. Transformation braucht Zeit, Aufschieben stiehlt Zeit. Und es gibt bei den Klimarisiken leider auch Kipppunkte, auf die wir zulaufen.“ Hier das vollständige Gespräch.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
29.01.2025
100 Prozent Grünstrom: Von und für Unternehmen einfach machen
Der Zugang zu Grünstrom hat sich durch die in den letzten Jahren stark steigende Erzeugung erneuerbarer Energien erheblich verbessert. Dennoch bleibt eine Grünstromlücke zwischen den Mengen auf dem Markt und den Bedarfen der Unternehmen bei einer vollen Elektrifizierung – hierzu hat die Wirtschaftsvereinigung der Grünen jetzt ein Papier veröffentlicht. Mit Eigenstromerzeugung könnten Unternehmen einen Teil dieser Lücke schließen. Allerdings stehen Unternehmen in der Praxis weiter hohe Hürden gegenüber, so die Veröffentlichung aus dem Kompetenzcluster Energie der Vereinigung: „Hier braucht die Wirtschaft jetzt mehr Freiheit für Grünstrom.“ Eine sichere Versorgung mit Grünstrom wird zunehmend zum Standortvorteil für Unternehmen. Wenn sie ihren Strom teils selbst sauber erzeugen oder von anderen Erzeugern zu attraktiven Konditionen beziehen, können sie sich Kostenvorteile sichern, Kundenforderungen erfüllen und ihre Außenwirkung verbessern. Sie sichern sich so auch gegen die steigenden CO2-Preise fossiler Energien ab.  Aus Sicht der Unternehmen kann eine Reihe konkreter Maßnahmen helfen: Genehmigungen der Behörden beschleunigen und vereinheitlichen: Bund, Länder und Gemeinden müssen sich auf bundeseinheitlich gültige Fristen und Bedingungen für Anlagengenehmigungen einigen und die Landesbauordnungen vereinheitlichen. Behördliche Genehmigungsfristen für Anlagen mit einer Leistung bis 1 Megawatt sollten auf maximal vier Wochen verkürzt, Grünstromanlagen von und für Unternehmen sollten eine baurechtliche Privilegierung erhalten. Prosuming anreizen, Hürden für Eigenverbrauch konsequent abbauen: Die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung sollte vom einzelnen Gebäude gelöst und für ganze Gebäudegruppen und Firmengelände gelten (etwa Produktionsstätten an einem Standort). Die sogenannte Anlagenverklammerung im Stromsteuerrecht sollte zügig aufgehoben werden. Netzanschlüsse beschleunigen und Netzausbau smart umsetzen: Die Fristen und die von den Antragstellenden abgefragten Informationen für Netzanschlüsse sollten bundesweit standardisiert und harmonisiert werden. Die Möglichkeit, für mehrere Erzeugungsanlagen einen gemeinsamen Netzverknüpfungspunkt zu nutzen, sollte rasch regulatorisch ausgebaut werden. Investitionen in Batteriespeicher besser ermöglichen: Batteriespeicher müssen konsequent ausgebaut, im Strommarktdesign berücksichtigt und Geschäftsmodelle mit diesen ermöglicht werden. Dafür brauchen wir eine Lösung für die Netzentgelte über 2029 hinaus, eine Standardisierung und Reduzierung der Baukostenzuschüsse und insbesondere eine Anreizung netzdienlicher Stromspeicher. PPA-Markt für den Mittelstand: Insbesondere KMUs sollte der Zugang zum Markt für Grünstromlieferverträge (Power Purchase Agreements) erleichtert werden, durch marktgetriebene Standardisierung der Verträge und staatliche Absicherung von Zahlungsansprüchen der Erzeuger*innen. Alle Einzelheiten finden Sie im Perspektivenpapier des Kompetenzclusters Energie.
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik