„Der Standort Deutschland braucht ein Vorwärts bei Zukunftstechnologien, erneuerbaren Energien, Bürokratieabbau, Investitionen“: Erklärung zur Bundestagswahl

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„Bei den nun beginnenden Gesprächen muss klar sein: Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit gehören zusammen. Keins von beiden sollte gegeneinander ausgespielt werden“, das erklärten die Vorstandsvorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, Heike Discher, Thomas Fischer, Thomas Gambke und Gabriele C. Klug zum Ergebnis der Bundestagswahlen.

„Der Standort Deutschland braucht Verlässlichkeit statt Zickzackpolitik – also kein Zurückdrehen der Transformation. Sondern ein Vorwärts bei Zukunftstechnologien, erneuerbaren Energien, Bürokratieabbau. Und bei massiven Impulsen für Investitionen einerseits von Unternehmen und andererseits vom Staat: Die nächste Bundesregierung, egal wie sie sich zusammensetzt, muss in nie dagewesenem Maße Geld in die Hand nehmen, Stichwort Infrastruktur und Sicherheit. Die Wirtschaft steht als Gegenüber bereit, auch wir als Vereinigung stehen bereit, um im Dialog mit der Politik pragmatische Lösungen anzugehen.“

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08.06.2023
„Anreiz, industrielle Prozesse zu elektrifizieren“: Ökonom Jens Südekum in Debatte #2 zum Industriestrompreis
Ein Industriestrompreis kann den Umbau der Wirtschaft Richtung Klimaneutralität beschleunigen, ohne dass dabei energieintensive Unternehmen ihren Standort aus Deutschland heraus verlagern. Das erklärte der Wirtschaftswissenschaftler Jens Südekum in dem Dialogformat „Wirtschaft wissenschaftlich“ der Wirtschaftsvereinigung der Grünen mit Teilnehmer*innen aus Unternehmen und Politik. Wenn energieintensive Unternehmen beim Strompreis bis 2030 Planungssicherheit haben, so der Ökonom, können sie in die Elektrifizierung ihrer bislang fossil betriebenen Prozesse investieren, etwa in der Aluminiumproduktion oder bei der Halbleiterherstellung. Entscheidend sei der Transformationsstrompreis, so Südekum. Dies ist der in der kontroversen öffentlichen Debatte vielfach übersehene erste Teil des vom BMWK vorgeschlagenen Konzepts. Hier wird der massive Ausbau der erneuerbaren Energien kombiniert mit einem besseren Zugang der Industrie zu günstigem grünem Strom. Dieser soll in Anlagen erzeugt werden, die mit Contracts for Difference (CfD) – den so genannten Klimaschutzverträgen – finanziert werden, und dann mit Power Purchase Agreements (PPA) direkt an Unternehmen abgegeben werden; dies soll verstärkt auch für mittelständische Unternehmen ermöglicht werden. Der Brückenstrompreis soll gegen eine Reihe von Bedingungen für energieintensive Unternehmen einen Preis von 6 Cent pro Kilowattstunde sicherstellen, für 80 Prozent ihres Verbrauches. Die Differenz zum Börsenstrompreis wird erstattet. Dieser beträgt derzeit knapp 8 Cent, so Südekum. Ohne einen solchen Industriestrompreis würden manche Unternehmen voraussichtlich ihren Standort verlagern. Es sei sinnvoll, für den Industriestrompreis die zur Verfügung stehenden Gelder aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) und dem sogenannten „Doppel-Wumms“ zu nutzen. Bis 2030 sei, wenn der vom Wirtschaftsministerium angestrebte Ausbau der Erneuerbaren umgesetzt wird, dann genug günstiger grüner Strom vorhanden, zeigte sich Südekum überzeugt. In diesem Punkt äußerten sich einige Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung skeptisch – wenn die Stromnachfrage mit der fortschreitenden klimafreundlichen Elektrifizierung stark steigt, sehen die Unternehmen das Risiko langfristig hoher Strompreise. Damit der Industriestrompreis als Brücke funktionieren könne, müsse am Ende der Brücke auch wirklich ein neues Ufer sein. Auch wurde von Mitgliedern die Frage aufgeworfen, wie der Industriestrompreis sich auf den Spot- und Terminmarkt auswirken werde – hier könnte der Industriestrompreis über Marktmechanismen Auswirkungen haben auf Unternehmen, die gar nicht direkt mit ihm in Berührung kommen.   Südekum ist Professor an der Universität Düsseldorf und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Die Diskussion war die zweite in einer Reihe zum Industriestrompreis. In einer ersten Veranstaltung hatten sich die wirtschaftspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion Sandra Detzer und der Industriepolitiker Felix Banaszak mit Vertreter*innen aus Unternehmen ausgetauscht. Im dritten Termin der Reihe ist ein Gespräch mit Michael Kellner MdB geplant, er ist Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Mehr zum Arbeitspapier des Wirtschaftsministeriums
Allgemein
27.06.2025
Jahresbericht veröffentlicht
2024 war für die Wirtschaftsvereinigung der Grünen ein Jahr der Umsetzung und des Wachstums. Mit der vollzogenen Fusion zweier grün-naher Wirtschaftsverbände ist eine starke gemeinsame Organisation entstanden, die heute über 250 Unternehmen und Führungspersönlichkeiten vereint. Ein neues Corporate Design, ein gemeinsames Büro in Berlin-Mitte und eine verstärkte Geschäftsstelle unter neuer Führung zeigen diesen Schritt zu mehr Schlagkraft und Sichtbarkeit. Unsere inhaltliche Arbeit stand im Zeichen der nachhaltigen Transformation – von Geoökonomie und Energie- und Wärmewende über Finanzierungsfragen und die Reform der Schuldenbremse bis zur digitalen Transformation und Fachkräftesicherung. Dabei ging es uns immer darum, den vermeintlichen Widerspruch zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit aufzulösen und konkrete Lösungen zu entwickeln. Der direkte Austausch war zentral: Unsere Standortkonferenz in Berlin brachte über 250 Gäste aus Wirtschaft und Politik zusammen, Regionalforen thematisierten Kreislaufwirtschaft in Sachsen, klimafreundliche Logistik in NRW oder Innovation in Berlin-Brandenburg. Ergänzt wurden diese Formate durch CEO-Roundtables mit Finanzminister:innen und Branchenvertreter:innen, die wertvolle Impulse gaben. Der Jahresbericht stellt darüber hinaus unsere Strukturen transparent vor – vom Vorstand über die Geschäftsstelle bis hin zum Kuratorium und Politischen Beirat – und enthält auch einen Einblick in unsere Einnahmen- und Ausgabenstruktur. Stimmen unserer Mitglieder wie Nicole Dreyer-Langlet (Airbus), Cedric Neike (Siemens) oder Daniel Hager (Hager Group) zeigen dabei, wie wichtig der Dialog zwischen Industrie und Politik ist, um gemeinsam die Transformation erfolgreich zu gestalten. Den gesamten Jahresbericht 2024 lesen
Pressemitteilung
05.12.2025
Netzwerk für Frauen aus der Wirtschaft
Um die tragfähige Transformation voranzutreiben braucht es viel Einsatz – auch und gerade von Frauen, die Wirtschaft nachhaltig bewegen. Beim Auftakttreffen des Frauennetzwerk der Wirtschaftsvereinigung der Grünen tauschten sich Unternehmerinnen, Managerinnen und Mitarbeiterinnen in vertrauensvoller Atmosphäre unter anderem darüber aus, wie mehr Diversität zu besserer Wettbewerbsfähigkeit beitragen kann. Nach Begrüßung durch unsere stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Katharina Krüger und einem Input von Dr. Franziska Brantner, Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, sprachen die Teilnehmerinnen moderiert von unserer Vorständin Heike Discher offen über verschiedene Facetten (nicht nur) frauenspezifischer Herausforderungen in der Wirtschaft. Sie teilten sowohl Erfahrungen als auch Lösungsansätze miteinander. Alle waren sich einig, dass gerade Frauen sich austauschen und gut vernetzen müssen – auch um mehr weibliche Repräsentanz in Chefinnenetagen zu bringen –, damit wir die tragfähige Transformation der Wirtschaft effektiver mitgestalten können. Wir freuen uns darauf, ein starkes Frauennetzwerk aufzubauen, in dem wir uns gegenseitig unterstützen und neue Wege finden können.
Arbeitsmarkt und Demografie