Zu den Eckpunkten der Bundestagsfraktionen von CDU-CSU und SPD zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes erklärte die Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, Marie-Luise Wolff:
„Statt die Wärmewende pragmatisch umzusetzen, wollen CDU-CSU und SPD das Gebäudeenergiegesetz zur Gesichtswahrung ideologisch demontieren. Das schadet unserer Wirtschaft, schadet dem Klima, schadet den Verbraucherinnen und Verbrauchern.“
„Viele Unternehmen sind auf der Grundlage des geltenden Rechts mit moderner Technik längst weiter vorangeschritten auf dem Weg zu effizienter klimaneutraler Wärme, ob mit Fernwärme oder Wärmepumpen. Ihre Investitionen werden jetzt gefährdet. Und viele Hausbesitzer waren bereit, zu investieren. Stattdessen zementiert das neue Heizungsgesetz die riskanten fossilen Abhängigkeiten Deutschlands im Wärmesektor bis weit in die vierziger oder fünfziger Jahre hinein. Eine teure Scheinlösung ist die vorgesehene ansteigende Biogasquote von zuerst zehn Prozent in deutschen Heizungen ab 2029. Modernisiert werden bräuchte dann vorerst gar nichts mehr, denn das kostspielige Biogas soll von den Versorgern gegen Aufpreis einfach beigemischt werden. Das deutsche Handwerk ginge dann leer aus und die Kommunen stünden vor einer sehr ungewissen Umsetzungsquote ihrer Wärmekonzepte, weil jede Planbarkeit dahin wäre. Man kann damit rechnen, dass die Städte ihre Investitionen erst einmal zurückstellen, sollte dieses Gesetz kommen.“
„Die Biogasmengen in Deutschland werden nicht ausreichen, um das Gasnetz bis 2045 klimaneutral zu betreiben – derzeit haben wir zwei bis drei Prozent Biogas bezogen auf die gesamte Gasmenge im Wärmesektor. Das vorgeschlagene Heizen mit grünem Wasserstoff wäre die teuerste und unwirtschaftlichste Lösung. Den wertvollen Wasserstoff brauchen wir für Anwendungen in der Industrie und als E-Fuel für den Flugverkehr, statt ihn im Heizungskeller zu verfeuern. Das alles heißt: Obwohl die Koalition weiß, dass wir in Zukunft alle mit Strom heizen werden, schafft sie maximale Unsicherheit für die Unternehmen und für die Verbraucher. Und wir betreiben weiterhin die verschiedensten Wärmenetze (Strom, Gas, Wasserstoff, klimaneutrale Gase) – und das immer teurer und ineffizienter, da mit immer weniger Nutzern für jedes dieser Netze.“
„Das darf die Bundesregierung nicht zulassen – sie muss die Eckpunkte der Fraktionen korrigieren.“