„Das brauchen wir: Fortschritt“ -Karl Haeusgen im Gespräch mit RND

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Unser Vorsitzender Karl Haeusgen hat mit dem Redaktions Netzwerk Deutschland (RND) über die Zukunft des Industriestandorts Deutschland, die Herausforderungen durch China und die Bedeutung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität gesprochen.

Trotz aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen sieht Haeusgen die Stärken des Standorts Deutschland weiterhin als entscheidenden Wettbewerbsvorteil: „In Deutschland überwiegen die Standortvorteile die Nachteile immer noch deutlich.“ Als Beispiele nennt er das Rechtssystem, die Konsensfähigkeit, das Bildungssystem sowie das starke Netzwerk technologisch führender Unternehmen. „Daran müssen wir weiter arbeiten, aber wir können auch stolz darauf sein.“

Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb bezeichnet Haeusgen China als „die größte Herausforderung für unsere produzierende Industrie“, insbesondere aufgrund der „einseitig gestaltenden, nationalisierenden und protektionistischen Industriepolitik Chinas“.

Daraus ergibt sich für ihn die zentrale Frage nach den künftigen Stärken des Standorts: „Welche Alleinstellungsmerkmale, welche Differenzierungspotenziale können wir heben oder neu entwickeln?“ Die Antwort sieht er in einer tragfähigen Transformation: „Die Verbindung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität. Wenn die als Chance und nicht als Gegensatz begriffen wird, ergeben sich Differenzierungschancen.“

Zugleich warnt Haeusgen vor fehlender Investitionssicherheit: „Niemand weiß so recht, unter welchen Rahmenbedingungen wir in Europa und Deutschland arbeiten. Das ist mit der derzeitigen Bundesregierung schwieriger geworden.“

Auch beim Emissionshandel plädiert er für Verlässlichkeit: „Der ist marktbasiert, technologieoffen, kosteneffizient. Man kann da an Schrauben drehen. Aber man darf das System jetzt nicht demontieren – wegen des Klimas nicht, aber auch wegen der Planungssicherheit nicht.“

Vielen Dank für das Gespräch an Stefan Lange!

 

Hier geht es zum vollständigen Interview von RND.

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27.06.2025
Jahresbericht veröffentlicht
2024 war für die Wirtschaftsvereinigung der Grünen ein Jahr der Umsetzung und des Wachstums. Mit der vollzogenen Fusion zweier grün-naher Wirtschaftsverbände ist eine starke gemeinsame Organisation entstanden, die heute über 250 Unternehmen und Führungspersönlichkeiten vereint. Ein neues Corporate Design, ein gemeinsames Büro in Berlin-Mitte und eine verstärkte Geschäftsstelle unter neuer Führung zeigen diesen Schritt zu mehr Schlagkraft und Sichtbarkeit. Unsere inhaltliche Arbeit stand im Zeichen der nachhaltigen Transformation – von Geoökonomie und Energie- und Wärmewende über Finanzierungsfragen und die Reform der Schuldenbremse bis zur digitalen Transformation und Fachkräftesicherung. Dabei ging es uns immer darum, den vermeintlichen Widerspruch zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit aufzulösen und konkrete Lösungen zu entwickeln. Der direkte Austausch war zentral: Unsere Standortkonferenz in Berlin brachte über 250 Gäste aus Wirtschaft und Politik zusammen, Regionalforen thematisierten Kreislaufwirtschaft in Sachsen, klimafreundliche Logistik in NRW oder Innovation in Berlin-Brandenburg. Ergänzt wurden diese Formate durch CEO-Roundtables mit Finanzminister:innen und Branchenvertreter:innen, die wertvolle Impulse gaben. Der Jahresbericht stellt darüber hinaus unsere Strukturen transparent vor – vom Vorstand über die Geschäftsstelle bis hin zum Kuratorium und Politischen Beirat – und enthält auch einen Einblick in unsere Einnahmen- und Ausgabenstruktur. Stimmen unserer Mitglieder wie Nicole Dreyer-Langlet (Airbus), Cedric Neike (Siemens) oder Daniel Hager (Hager Group) zeigen dabei, wie wichtig der Dialog zwischen Industrie und Politik ist, um gemeinsam die Transformation erfolgreich zu gestalten. Den gesamten Jahresbericht 2024 lesen
Pressemitteilung
09.01.2026
Mercosur: Starkes Signal Europas
Zu den Mercosur-Beschlüssen des Europarats erklärt Volker Ratzmann aus dem Vorstand der Wirtschaftsvereinigung der Grünen: „Mit dem Mercosur Abkommen schaffen wir die größte Freihandelszone unseres Planeten – und zeigen: Wir sind handlungsfähig und haben Partner! Es ist ein starkes Signal Europas an die ganze Welt. Und natürlich ist es besonders ein Zeichen an Südamerika: Europa setzt auf diese Partnerschaft. Für Deutschland als Industrieland und Exportnation eröffnet das Abkommen neue Marktchancen, stärkt Wertschöpfungsketten gerade auch für Transformationstechnologien, schafft Planungssicherheit für Unternehmen.“ „Als Wirtschaftsvereinigung der Grünen sagen wir: Jetzt sollten alle helfen, dass der Abschluss gelingt“, so Ratzmann weiter. „Gerade das Europäische Parlament sollte hier Klarheit schaffen. So verständlich manche Bedenken sind: Sie dürfen das Abkommen nicht verhindern. Es ist die Voraussetzung für einen regelbasierten Handel und damit auf Dauer auch für sinnvolle Regeln etwa für den Schutz von Klima und Natur, für tragfähige Transformation.“
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„Gesundheitswirtschaft auf Augenhöhe mit Auto-Industrie“: darüber sprach Cem Özdemir heute mit dem Pharma-Pionier Roche in Mannheim, organisiert von der Wirtschaftsvereinigung der Grünen mit den Diagnostics Geschäftsführerinnen, Claudia Fleischer und Daniela Kahlert. Dabei waren aus der Wirtschaft unter anderem auch Thomas Reith von Boehringer Ingelheim und Carola Maute-Stephan vom Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) und aus der Politik Mannheims grüne Oberbürgermeisterin Prof. Dr. Diana Pretzell und die forschungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg Dr. Susanne Aschhoff MdL. Das enorme Potenzial der Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg kann und muss weiter gestärkt werden. Um die richtigen Ansätze ging es am beim Besuch Cem Özdemirs bei Roche. Bereits heute steht die Gesundheitswirtschaft in „The Länd“ bei der Menge der Beschäftigten weit vorn – in Mannheim ist Roche größter Arbeitgeber. Weiteres Wachstum ist möglich, wenn die Bedingungen stimmen. „Die Gesundheits- und Lebenswissenschaften werden künftig eine der Leitindustrien von Baden-Württemberg sein,“ sagte Cem Özdemir. „Roche zeigt hier den Weg. Die Gesundheitswirtschaft hat das Potential, mit der Automobilindustrie und dem Anlagenbau auf Augenhöhe zu spielen. Sie ist ein fruchtbarer Boden für Start-ups, für neue wirtschaftliche Impulse, sichert Arbeitsplätze und generiert Wohlstand.“ Cem Özdemir weiter: „Vor allem in anonymisierten Gesundheitsdaten steckt enormes Potenzial, um Krankheiten schon am Ausbruch zu hindern oder bessere Behandlungsmethoden entwickeln zu können. Wir brauchen hier einen Datenschutz, der ermöglicht, nicht verhindert. Ich werde mich persönlich dafür stark machen, dass wir hier einen echten Kurswechsel einleiten: Wenn wir die besten Therapien, die beste Gesundheitsinfrastruktur wollen, dann müssen wir Forschungshemmnisse aus dem Weg räumen und den Transfer von der Grundlagenforschung in die Praxis stärken.“ Für die Wirtschaftsvereinigung der Grünen sagt Hauptgeschäftsführer Martin Kaul: „Aus dem Labor in den Markt ist der Weg heute oft lang. Um Innovation schneller zum Erfolg zu bringen, muss der über viele Jahrzehnte vor allem von der Bundespolitik angehäufte Bürokratieberg abgetragen werden. Wir müssen Effizienzland sein, das gehört für uns zur tragfähigen Transformation. Baden-Württemberg kann hier ein Vorbild für ganz Deutschland sein. Denn es ist richtig: Wer grün wirtschaften will, muss schwarze Zahlen schreiben. Und dafür kann muss die Politik die richtigen Bedingungen schaffen.“
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