Hält der „Bau-Turbo“, was er verspricht? Dazu diskutierten bei uns der Baupolitik-Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Hendrik Bollmann sowie Dietmar Walberg, Honorarprofessor Technische Hochschule Lübeck und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen, im von Dr. Ipek Ölcüm geleiteten Fachforum mit unseren Mitgliedern.
Einige Punkte aus der Diskussion:
Bei der Problemanalyse herrschte Einigkeit: Beim Bau dauert Vieles viel zu lang – die Politik muss hier handeln. Verzögerungen in der Planungsphase treiben die Kosten. Gleichzeitig treffen steigende Materialpreise und höhere Zinsen auf einen Wohnungsmarkt mit kaum Fluktuation.
Der neue „Turbo“ setzt vor dem ersten Spatenstich an: Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt werden. Aber Erwartungsmanagement: Er ist ein wichtiges politisches Signal aber kein Allheilmittel.
Was es braucht:
Innovation in der Bauwirtschaft scheitern häufig an zu komplexen Zulassungs- und Prüfverfahren. Hier braucht es dringend effizientere Prozesse. Modulares Bauen kann Produktivitätsfortschritte bringen
Bei Gebäudetypen Grundstandards für einfache Gebäude schaffen, die dann auch mit niedrigeren Mieten einhergehen.
Mehr Digitalisierung, sowohl in der Verwaltung als auch in der Bauwirtschaft. Dafür Schulungen und Investitionen in digitale Infrastruktur.
Frühzeitige Kommunikation zwischen Verwaltung und Wirtschaft kann Verfahren beschleunigen. Voraussetzung ist Vertrauen auf beiden Seiten statt Fehler-Angst.
Deutlich wurde auch: viele Kommunen arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Das ist eine Herausforderung, um die nötige Beschleunigung tatsächlich umzusetzen.