Um die wachsende Arbeitskräftelücke zu schließen und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, müssen Politik und Wirtschaft mehr zusammenarbeiten. Der demografische Wandel wird diese Lücke weiter vergrößern. Sinnvoller als unliberale Rufe nach Vorschriften für längere Wochenarbeitszeiten wäre, die Erwerbsquoten von Frauen und Älteren zu erhöhen, wodurch bis 2035 zusätzliche 3,4 Millionen Erwerbspersonen gewonnen werden könnten. Wichtige Maßnahmen sind hier flexiblere Arbeitszeitenregime, bessere Kinderbetreuung, steuerliche Anreize und Digitalisierung. Zuwanderung von Fachkräften und die raschere Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt bleibt dabei weiter nötig – die Herausforderung ist, aus vielen kleinen Beiträgen den großen Schub für das Arbeitskräftepotenzial zu schaffen.
Hierzu hat das Kompetenzcluster Arbeitsmarkt der Wirtschaftsvereinigung der Grünen jetzt ein Perspektivenpapier veröffentlicht. Aus Sicht der Unternehmen gibt es eine ganze Reihe von möglichen Maßnahmen, um das inländische Potenzial von Arbeitskräften zu mobilisieren:
– Mehr Anreize für längere freiwillige Beschäftigung Älterer
– Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit durch bessere Rahmenbedingungen
– Arbeitszeit zurückgewinnen durch Digitalisierung, KI und Automatisierung
– Flexible Arbeitszeitenmodelle fördern statt starrer Vorschriften
Ansätze wie diese wurden am Tag nach der Veröffentlichung des Papiers auch beim Fachkräftekongress der grünen Bundestagsfraktion diskutiert, mit Gästen wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und vielen anderen.
Hier das siebenseitige Papier: WVG_Perspektivenpapier_Arbeitskraefte.pdf