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04.05.2026
„Eine Minderheitsregierung würde die AfD zum Entscheider machen“
Unser Vorstandsvorsitzender Karl Haeusgen findet deutliche Worte für die aktuelle Debatte über eine Minderheitsregierung der CDU/CSU im Bundestag: „Eine Minderheitsregierung der Union würde die AfD im Bundestag zum Entscheider machen und wäre deshalb ein Schaden für unser Land – gut, dass Friedrich Merz dies in aller Klarheit gesagt hat.“ Statt Diskussion über Regierungszusammensetzungen fordert Karl Haeusgen, der selbst Unternehmer ist: „Deutschland braucht Stabilität, gerade in Krisenzeiten. Und die Positionen der Rechtspopulisten sind verheerend für unsere Wirtschaft und damit für Wachstum und Arbeit: Das reicht von der feindlichen Einstellung zur EU als Garantin unseres gemeinsamen Binnenmarktes bis zu unbezahlbaren Fantastereien wie 70% Rentenniveau, ganz zu schweigen von ihrem Geschäftsmodell der gesellschaftlichen Spaltung. Die überwältigende Mehrheit der Unternehmen lehnt die AfD als destruktiv ab. Statt Spaltung braucht das Land Gemeinsamkeit für ein Gesamtpaket an Reformen.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit Pressemitteilung
29.04.2026
Regionalforum NRW: Transformation des Schwerlastverkehrs
Beim 4. Meeting unserer Veranstaltungsreihe „Transformation des Schwerlastverkehrs: Der Roll-out“ in Kooperation mit dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW (MWIKE) sowie Energy4Climate (E4C) stand die Frage im Mittelpunkt: Wie finanzieren wir die Transformation? Gemeinsam mit Akteur:innen aus Finanzindustrie und Politik, Spediteuren und E-Mobilitäts-Infrastrukturunternehmen haben wir aktuelle Instrumente, Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert. Hier vier zentrale Takeaways aus der Veranstaltung: Förderung kann Türöffner sein aber kein Dauerzustand: Öffentliche Programme setzen wichtige Anreize und ermöglichen den Markteinstieg. Langfristig soll die Transformation jedoch durch Marktmechanismen getragen werden. Dafür ist eine Verstetigung des Maut-Regimes essenziell. Engpass Infrastruktur: Während die Finanzierung von E-LKW zunehmend darstellbar ist, bleibt der Ausbau von Lade- und Energieinfrastruktur die größere Herausforderung – technisch, regulatorisch und finanziell. Planungssicherheit und Skalierung sind kritische Faktoren: Kurzfristige Förderfenster, uneinheitliche Rahmenbedingungen in den Bundesländern und hohe Kapitalbedarfe erschweren Investitionsentscheidungen, insbesondere für KMU. NRW bietet Vorteile als Finanzierungsstandort und ist damit Vorreiter: Insbesondere Bürgschaften sowie die Kombination aus Fördermitteln, Bankfinanzierung und Leasing eröffnen Spielräume – auch für Projekte ohne klassische Eigenkapitalbasis. Es gilt jedoch, diese zahlreichen Möglichkeiten in der Breite bekannter zu machen. Wir danken allen Teilnehmenden für den offenen Austausch und die praxisnahen Einblicke. Unser besonderer Dank gilt den Referenten: Michael Monstadt (Direktor, Leiter Abteilung Hausbanken- und Fördernehmerberatung, NRW.BANK), Dr. Rainer Holtmann (Direktor, PwC), Stefan Leuchten (Leiter des Referats „Klimagerechte Mobilität, Elektromobilität, Lade- und Tankinfrastruktur“, MWIKE), Bodo Sentker (Direktor, Sustainable Finance Client Solutions Firmenkunden, Deutsche Bank), Jörg Steinhoff (Leitung Transport und Logistik, Deutsche Leasing Gruppe), Bernd Reining (Geschäftsführer, ILS – Innovative Logistic Solutions).
Regionalforen Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
28.04.2026
Impulspapier: Resiliente Krisen- und Notfallversorgung sicherstellen
Pandemien, Extremwetterereignisse und geopolitische Verwerfungen machen deutlich: Ein krisenfestes Gesundheitssystem ist nicht nur eine sozialpolitische Pflicht, sondern ein entscheidender Standortfaktor für die deutsche Wirtschaft. Deutschland hat die finanziellen, industriellen und technologischen Voraussetzungen – nutzt sie bislang aber nicht konsequent. Dass die Bundesregierung mit ihrem letzte Woche beschlossenen Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung wichtige Schritte geht, ist ein richtiges Signal. Doch der Entwurf bleibt eine Reform für den Alltag. Was fehlt ist ein strategisches Fundament für den Ernstfall: Ein Gesundheitssicherstellungsgesetz, das Resilienz nicht erst im Notfall aktiviert, sondern durch robuste Alltagsstrukturen dauerhaft sicherstellt – mit verbindlicher Bevorratung, krisenfesten Vergabe- und Genehmigungsprozessen und Industrie und Digitalisierung als integralen Partnern. Hier bleibt eine zentrale Lücke, die politisch geschlossen werden muss. Unser Impulspapier hakt genau dort ein, unter anderem mit folgenden Vorschlägen: Eine echte, verbindliche Notfallreform umsetzen: mit klaren Zuständigkeiten, der Vernetzung von stationärer und ambulanter Versorgung sowie Vergütungslogiken, die an bedarfsgerechter Versorgung statt am Krankenhausbesuch orientiert sind. Ein Gesundheitssicherstellungsgesetz verabschieden, das Resilienz messbar und durchsetzbar macht – durch rollierende Bevorratung, verbindliche Krisenpläne und flexibilisierte Vergabe- und Genehmigungsprozesse. Industrie und Digitalisierung als strategische Resilienzpartner begreifen: Produktion in Europa stärken, die MDR-Reform vorantreiben und Digitalisierung konsequent als Resilienz-Multiplikator nutzen. Das Papier in Gänze finden Sie hier. Der Tagesspiegel Background Gesundheit & E-Health hat auch darüber berichtet. Sie finden die Meldung hier: Wirtschaftsvereinigung der Grünen: Resilienz wirtschaftlich denken (Paywall).
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
27.04.2026
Arbeitsmarkt der Zukunft: Diskussion bei der Heinrich-Böll-Stiftung
Bei der Fachkonferenz „Arbeitsgesellschaft im Wandel“ der Heinrich-Böll-Stiftung sprach unsere Vorständin Tatiana Ohm über „Eine Arbeitsmarktpolitik für neue Zeiten“ mit Katharina Dröge (Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen), Prof. Dr. Lisa Herzog (Universität Groningen), Prof. Dr. Enzo Weber (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung), moderiert durch Jan Philipp Albrecht. Unser Wirtschaftsmodell steht unter Druck – geopolitische Umbrüche, KI, demografischer Wandel und Dekarbonisierung verändern die Arbeitswelt tiefgreifend. Im Panel wurde deutlich: Wir stehen weniger vor einer klassischen Beschäftigungskrise als vor einer „Erneuerungskrise“. Was heißt das konkret? Viele Unternehmen halten sich zurück. Es wird weder in großem Stil entlassen noch eingestellt – vor allem, weil Unsicherheit darüber herrscht, wie die Arbeitswelt der Zukunft konkret aussieht und welche neuen, tragfähigen Jobs entstehen. Daraus ergeben sich klare Handlungsfelder: Erneuerung muss aktiv gestaltet werden; es gilt sich auf Neues einzustellen und Chancen zu nutzen, anstatt den Status-Quo zu verwalten Mehr Dynamik im Arbeitsmarkt schaffen; Anpassungsfähigkeit wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor in Zeiten geopolitischer, technologischer und klimatischer Umbrüche Der Fokus sollte sich auf Skills anstatt auf starre Berufsbilder richten; Weiterbildung und kontinuierliche Qualifizierung sind der Schlüssel Ein Satz von Tatiana Ohm, der besonders hängen bleibt: „Dein Job wird nicht durch KI ersetzt, sondern durch die Person, die besser mit KI umgeht.“ Weiterqualifizierung wird zum entscheidenden Standortfaktor, um Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Zugleich wurde deutlich: 2026 markiert einen Wendepunkt – erstmals schrumpft die Zahl der Beschäftigten. Umso wichtiger ist es, alle vorhandenen Potenziale zu heben: durch mehr Gleichstellung, bessere Integration und eine stärkere Aufwertung von Ausbildung und nicht-akademischen Berufen. Auch die Rolle der Sozialpartner wurde hervorgehoben: Betriebsräte sind zentrale Brückenbauer im Transformationsprozess. Ein Fazit ist daher: Transformation bedeutet nicht automatisch Verschlechterung – aber sie verlangt Ehrlichkeit, Mut und die Bereitschaft, sich verändernde Bedingungen aktiv anzunehmen.
Arbeitsmarkt und Demografie
22.04.2026
Investitionen in Infrastruktur: Austausch mit MdB Audretsch
Infrastruktur für einen starken Standort Deutschland – welche Rolle kann privates Kapital bei der Finanzierung spielen? Mit Andreas Audretsch, Fraktions-Vize von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, und dem Ökonom Patrick Kaczmarczyk von der Universität Mannheim am Kompetenzzentrum für Transformation diskutierten unsere Mitglieder im Fachforum. Zum Start gaben unsere Vorsitzende Marie-Luise Wolff, der Fachforums-Leiter sowie Transdev-CEO Martin Becker-Rethmann sowie unser Mitglied Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mit Tim Ockenga Impulse für den lebhaften Austausch. Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, ermöglicht auch durch die Grünen, schafft Möglichkeiten für staatliche Investitionen in Verkehr, Energie, Digitales – sofern es denn tatsächlich zukunftsorientiert und zusätzlich eingesetzt würde (statt Zweckentfremdung durch die Bundesregierung, wie von Studien aufgedeckt). In jedem Fall aber kann der Staat nicht allein die Finanzierungslücke bei unserer Infrastruktur schließen: Es braucht privates Kapital. Eine Form hierfür sind ÖPP, Öffentlich-Private-Partnerschaften. Einige Punkte aus der Diskussion: Kredite für Investitionen in Infrastruktur bekommt der Staat günstiger als private Partner. Private Investoren sind teils schneller als öffentliche und dadurch kosteneffizienter. Statt nur als Finanzierungsmodell zu dienen, können ÖPP auch eine Perspektive für das Betreiben von Infrastruktur sein, im Sinne einer Dauer angelegte Partnerschaften statt wie bei manchen Finanzinvestoren mit Fokus auf raschen Exit. Knappe personelle Kapazitäten in der öffentlichen Verwaltung können entlastet werden durch private Finanzierer, Planer und Betreiber (Lebenszyklusperspektive). Ein Ansatz: ÖPP-Projekte standardisieren und Bündelung anstreben, um Eintritt für private Investoren zu erleichtern. Dabei Kompetenz für ÖPP aufbauen – insbesondere bei Städten, Landkreisen und auf Landesebene. In Verträgen kann die Verfügbarkeit einer Infrastruktur nach 20 Jahren festgelegt werden, und dadurch von Anfang an Instandhaltung eingepreist werden. Strategische Resilienz kann ein Element von ÖPP sein – hier geht es u.a. darum: Werden europäische oder chinesische Komponenten verbaut, und wer verdient entsprechend daran? Klar ist: ÖPP sind weder Teufelszeug noch Allheilmittel. Und der Staat muss Richtung und Verlässlichkeit bieten, etwa bei der Transformation – damit entstehen Märkte.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
21.04.2026
Greentech auf der Hannover Messe 2026
Bei der Hannover Messe 2026 sprach die Wirtschaftsvereinigung der Grünen mit vielen Technologie-Unternehmen, die hier und heute das hinkriegen, was unsere Wirtschaft auch morgen noch zukunftsfähig macht. Modern statt von gestern, und das nachhaltig: Darum ging es bei den Gesprächen zusammen mit Dr. Franziska Brantner, Parteichefin der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unserem Vorsitzenden Karl Haeusgen, unserem Hauptgeschäftsführer Martin Kaul und unserem Leiter Wirtschaftsbeziehungen Christian Forster. Beispiel Schwarz Digits: Mit dem Unternehmen – Mitglied der Wirtschaftsvereinigung der Grünen – haben wir über Cloud-, Cybersecurity- und Dateninfrastruktur „made in Europe“ gesprochen. Im Mittelpunkt stand die Frage digitaler Souveränität. Souveräne Cloud-Lösungen können dazu beitragen, energieeffiziente und datenschutzkonforme IT-Infrastrukturen aufzubauen. Gleichzeitig entstehen durch Green IT, effiziente Rechenzentren und transparente Datennutzung entlang von Lieferketten neue Potenziale für mehr Nachhaltigkeit. Auch SEW-EURODRIVE haben wir auf der Messe besucht. Als führender Anbieter von Antriebs- und Automatisierungstechnik verbindet das Unternehmen Hardware und Software zu integrierten Lösungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Energieeffizienz industrieller Prozesse. Durch Effizienzsteigerungen in globalen Produktions- und Logistiksystemen ergeben sich erhebliche Beiträge zur Reduktion von Energieverbrauch und Emissionen. Mit Agile Robots SE haben wir ein innovatives Deep-Tech-Unternehmen kennengelernt, das im Bereich KI-gestützter Robotik stark wächst. Automatisierungslösungen ermöglichen hier eine präzisere Produktion und helfen, Material- sowie Energieverbrauch zu reduzieren. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz trägt dazu bei, Prozesse zu optimieren und industrielle Wertschöpfung effizienter zu gestalten. Auch bei Schaeffler waren wir im Austausch. Der weltweit tätige Technologiekonzern in den Bereichen Mobilität und Industrie treibt die Transformation hin zur Elektromobilität aktiv voran und entwickelt energieeffiziente Komponenten – unter anderem für Wasserstoffanwendungen. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie mit klaren Zielen zur CO₂-Reduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Unternehmen überlassen Greentech-Chancen nicht China – sondern nutzen unsere Stärken als Technologienation und Exportstandort. Und es gibt viele weitere, mit denen wir in Hannover gesprochen haben über das, was sie schaffen – und was sie von der Politik dafür brauchen. Danke an B2SQUARE, Einklang Energy, ebm-papst, production.AI GmbH, Wandelbots und viele andere…
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
20.04.2026
Austausch auf der Hannover Messe 2026
Auf der Hannover Messe 2026 kamen Vertreter:innen aus der Wirtschaft und von den Grünen zu intensiven Gesprächen zusammen. Dabei ging es um die Tragfähige Transformation: wettbewerbsfähig und klimaneutral. Mit Cem Özdemir und Dr. Franziska Brantner war die Wirtschaftsvereinigung der Grünen auf der Hannover Messe unterwegs. Mit dem voraussichtlich nächsten grünen Ministerpräsidenten aus Baden-Württemberg und der Bundesvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN trafen unser Vorsitzender Karl Haeusgen – selbst Familienunternehmer mit seiner HAWE Hydraulik SE – sowie unser Hauptgeschäftsführer Martin Kaul und unser Leiter Wirtschaftsbeziehungen Christian Forster zahlreiche Unternehmen. Gute Gespräche gab es etwa mit Flender CEO Andreas Evertz und Dieter Janecek- das Unternehmen hat unter anderem ein Getriebe für Windkraftanlagen entwickelt, dessen Herstellung drastisch weniger seltene Erden benötigt. Effizienz und Innovation nicht nur für Energiesicherheit, sondern auch Rohstoffsicherheit. Ebenso mit unserem Mitglied SAP, Weltmarktführer in seinem Segment mit starker Bilanz. Hier war insbesondere KI in und für Unternehmen ein wichtiges Thema und welche Rahmenbedingungen es braucht, damit Deutschland hier erfolgreich sein kann. „Machinery Wow“ steht sehr zu Recht auf dem Schild bei unserem Mitglied VDMA, der 3.500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus vertritt – ganz überwiegend aus dem so wichtigen Mittelstand. Auch diese Branche sieht Krisenzeichen, zugleich ist sie hoch innovativ aufgestellt. Keinesfalls darf Deutschland, so die Wirtschaftsvereinigung im Gespräch mit Chef-Volkswirt Johannes Gernandt und dem Leiter des VDMA Competence Center Klima & Energie, den Greentech Boom China überlassen. Nötig sind dafür aber gute Voraussetzungen am Standort Deutschland – mehr Mut, ein Reformpaket und vor allem auch der Abbau von Bürokratie. Wir bleiben dran! Gemeinsam.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
16.04.2026
Austausch mit Klaus Müller
Mit Mitgliedern und Gästen, unserer Vorsitzenden Dr. Marie-Luise Wolff und unserem Hauptgeschäftsführer Martin Kaul konnten wir uns mit Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, zu aktuellen Themen austauschen: Ein Schwerpunkt lag dabei auf Moderner Batterietechnologie mit Großspeichern: diese werden im klimaneutralen Energiesystem wichtige Funktionen haben u.a. Preisspitzen glätten, Beiträge zu Versorgungssicherheit und Systemstabilität, wechselnde Stromproduktion aus Sonne und Wind ausgleichen. Nur sind die Netzanschlussverfahren nicht mehr passend für die hohe Zahl an Interessenten – der Netzanschluss ist ein knappes Gut. Allein auf Übertragungsnetzebene haben Betreiber Zusagen für rund 51 Gigawatt Großbatteriespeicher erteilt – das entspricht fast schon dem Grundlastbedarf in Deutschland. Konkrete Punkte aus dem Austausch: Netzanschlussverfahren beschleunigen: Eine schnellere und effizientere Vergabe von Netzanschlüssen funktioniert durch Priorisierung mit transparenten Kriterien. Die Übertragungsnetzbetreiber sind mit dem Vorschlag des Reifegradverfahrens einen wichtigen Schritt gegangen, um das Windhundprinzip (first come, first served) abzulösen. Dieser Prozess hat auch auf der Verteilnetzebene begonnen und muss ausgeweitet werden. Flexible Netzanschlussvereinbarungen: Sie sind ein Teil der Lösung, noch ist die Praxis aber sehr unterschiedlich. Standardisierung dieser Vereinbarungen bringt Rechtssicherheit für die Beteiligten und eine effiziente, schnelle Anwendung. So können finanzielle Tragfähigkeit der Speicherprojekte, Netznutzen und Systembetreibbarkeit ausgewogen und verlässlich miteinander vereinbart werden. Stromnetzausbau: Für Netzbetreiber muss der Ausbau attraktiver gemacht und die Digitalisierung der Netze angereizt werden. Hier kann die Politik mit Beschleunigungsgesetzgebung unterstützen. Netzentgelte und Vertrauensschutz: Die Ausgestaltung dynamischer Netzentgelte ab 2029 im Rahmen der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Kosteneffizienz im Stromsystem. Die offene Frage, ob und in welcher Höhe Batteriespeicher, die vor August 2029 gebaut werden (so §118 Abs. 6 EnWG) künftig Netzentgelte zahlen müssen, führt zu großer Rechts- und Investitionsunsicherheit. Hier besteht Klärungsbedarf. Baukostenzuschüsse sind ein bewährtes Instrument, weil ihre Kalkulierbarkeit die ‚Bankability‘ und damit die Finanzierung von Projekten vereinfacht. Beim Thema Netzentgelte geht’s im Sommer weiter, wenn die BNetzA einen Festlegungsentwurf zu einer neuen Netzentgeltsystematik Strom vorstellt und in die Konsultation mit der Wirtschaft geht.
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
16.04.2026
„Bau-Turbo“ -vom Gesetz in die Praxis
Hält der „Bau-Turbo“, was er verspricht? Dazu diskutierten bei uns der Baupolitik-Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Hendrik Bollmann sowie Dietmar Walberg, Honorarprofessor Technische Hochschule Lübeck und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen, im von Dr. Ipek Ölcüm geleiteten Fachforum mit unseren Mitgliedern. Einige Punkte aus der Diskussion: Bei der Problemanalyse herrschte Einigkeit: Beim Bau dauert Vieles viel zu lang – die Politik muss hier handeln. Verzögerungen in der Planungsphase treiben die Kosten. Gleichzeitig treffen steigende Materialpreise und höhere Zinsen auf einen Wohnungsmarkt mit kaum Fluktuation. Der neue „Turbo“ setzt vor dem ersten Spatenstich an: Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt werden. Aber Erwartungsmanagement: Er ist ein wichtiges politisches Signal aber kein Allheilmittel. Was es braucht: Innovation in der Bauwirtschaft scheitern häufig an zu komplexen Zulassungs- und Prüfverfahren. Hier braucht es dringend effizientere Prozesse. Modulares Bauen kann Produktivitätsfortschritte bringen Bei Gebäudetypen Grundstandards für einfache Gebäude schaffen, die dann auch mit niedrigeren Mieten einhergehen. Mehr Digitalisierung, sowohl in der Verwaltung als auch in der Bauwirtschaft. Dafür Schulungen und Investitionen in digitale Infrastruktur. Frühzeitige Kommunikation zwischen Verwaltung und Wirtschaft kann Verfahren beschleunigen. Voraussetzung ist Vertrauen auf beiden Seiten statt Fehler-Angst. Deutlich wurde auch: viele Kommunen arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Das ist eine Herausforderung, um die nötige Beschleunigung tatsächlich umzusetzen.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa